Umgang mit Geld lernen

Wie viel Taschengeld für Kinder?

Wie viel Taschengeld für Kinder

28. Mai 2019

Dass Kinder Taschengeld brauchen, ist für die meisten unstrittig. Nur wie viel und ab wann sollten sie welches bekommen? Sollen Eltern dem Nachwuchs vorschreiben, was er damit tun darf oder zähneknirschend hinnehmen, wenn es für „Quatsch“ ausgegeben wird? Wir haben ein paar Antworten und Tipps zu diesen Fragen zusammengetragen.

Warum brauchen Kinder Taschengeld?

Die Eltern könnten doch einfach alles bezahlen, was die Kinder benötigen oder sich wünschen. Aus welchem Grund sollte der Nachwuchs also überhaupt Taschengeld erhalten? Ganz einfach: Weil die Kids sonst den Wert des Geldes und den Umgang damit nicht lernen. Nur wenn ein Kind am eigenen Leib erfährt, dass es sich von seinem Taschengeld nicht jeden Wunsch erfüllen kann, lernt es, was die Dinge wert sind. Der Sprössling findet so selbst heraus, dass das Geld nicht einfach nachwächst und er sich entscheiden muss, was ihm wichtiger ist: Kino oder jeden Tag extra Süßigkeiten. Wenn das Geld nicht für alles reicht, müssen auch Kinder lernen zu verzichten. Dadurch werden Dinge, auf die die Kleinen vielleicht sogar sparen mussten, umso wertvoller für sie.

Wie viel Taschengeld, in welchem Alter?

Das Jugendamt gibt eine Taschengeldtabelle heraus, die Eltern bei der Orientierung hilft:

KindesalterTaschengeld
4 – 5 Jahre50 Cent pro Woche
6 – 7 Jahre1,50 – 2 Euro pro Woche
8 – 9 Jahre2 – 3 Euro pro Woche
10 – 11 Jahre13 – 16 Euro pro Monat
12 – 13 Jahre18 – 22 Euro pro Monat
14 – 15 Jahre25 – 30 Euro pro Monat
16 – 17 Euro35 – 45 Euro pro Monat
18 Jahre70 Euro pro Monat

 

Auch Kinder ab vier Jahren können bereits ein kleines Taschengeld von 50 Cent die Woche bekommen. Spätestens, wenn ein Kind in die Schule kommt, sollten Eltern beginnen, ihm Taschengeld zu geben. Bis zum Alter von zehn Jahren ist es besser, den Betrag wöchentlich auszubezahlen. Denn ein ganzer Monat ist für die Kleinen noch eine zu unüberschaubare Zeitspanne.

Ab zwölf Jahren sollten Eltern mit ihrem Nachwuchs zur Bank gehen und ein Schüler-Girokonto eröffnen. Dann erhalten die Kinder ihr Taschengeld monatlich per Dauerauftrag und können es selbst abheben. Da es keine Möglichkeit gibt, das Konto zu überziehen, besteht nicht die Gefahr, sich zu verschulden.

Bei Jugendlichen, die bereits selbst Geld verdienen und nicht mehr gänzlich finanziell abhängig sind, können die Eltern das Taschengeld auch reduzieren bzw. keines mehr ausbezahlen.

Wenn es den Eltern nicht möglich ist, den empfohlenen Betrag als Taschengeld zu erübrigen, sollten sie mit ihren Kindern darüber sprechen. Die Kids vergleichen sich mit anderen und müssen verstehen, dass nicht jede Familie den gleichen finanziellen Rahmen zur Verfügung hat.

Allerdings sollten sich auch wohlhabendere Haushalte an die Empfehlungen des Jugendamts halten und kein überzogenes Taschengeld geben. Denn nur so lernen die Kinder frühzeitig, dass Geld erst verdient werden muss und sie sorgsam mit ihren Finanzen umgehen sollten.

Wie vermitteln Eltern verantwortungsvollen Umgang mit Geld?

Eltern sollten ihrem Kind nicht einfach kommentarlos das Geld in die Hand drücken oder in die Sparbüchse stecken. Es ist wichtig, vorher zu erklären, wie viel es bekommt, wann es das Geld erhält und was dafür nicht gekauft werden darf. Das Taschengeld sollte immer pünktlich zur vereinbarten Zeit eintreffen, sodass das Kind nicht darum bitten muss. Vorschüsse und Extrazahlungen, weil die Nachkommen schon wieder pleite sind, sollten tabu sein. Sinn und Zweck des Taschengeldes wären dann verfehlt und die Kinder lernen nicht, mit ihrem Geld zu haushalten und auszukommen. Nicht umsonst gibt es die Redensart „Das Geld wächst nicht auf den Bäumen.“

Zudem ist es sinnvoll, sich in der Familie nicht allzu streng an die verbreitete Regel „Über Geld spricht man nicht!“ zu halten. Die Eltern sind Vorbild für die Kinder. Daher ist es sinnvoll, mit ihnen darüber zu sprechen, was Vater und Mutter verdienen, was die Miete kostet und wie die Eltern sparen. Die Kleinen müssen ja nicht jedes Detail wissen, aber im Großen und Ganzen verstehen lernen, wie ihre Familienoberhäupter mit dem Geld umgehen.

Welche Taschengeld-Regeln gibt es?

Eltern sind nicht verpflichtet, Taschengeld zu geben. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, sollten sie ihren Kindern jedoch welches zur Verfügung stellen.

Neben der schon erwähnten regelmäßigen und pünktlichen Auszahlung, ist es wichtig, dass Eltern das Taschengeld nicht als Druckmittel oder Strafe einsetzen. Auch wenn der Nachwuchs  Mist gebaut hat, ist es tabu, das Taschengeld zu streichen oder zu reduzieren. Ebenso sollte es auch keine Bezahlung für gute Noten oder die Mithilfe im Haushalt geben.

Die Eltern legen mit ihren Kindern fest, was diese vom Taschengeld bezahlen – beispielsweise Spielsachen, Süßigkeiten, Kino – und was von den Eltern übernommen wird. Für Kleidung und Schulsachen kommen am besten weiterhin die Erziehungsberechtigten auf. Gleichzeitig wird auch besprochen, was vom Taschengeld nicht gekauft werden darf, etwa gefährliche Gegenstände.

Auch wenn die Sprösslinge aus Sicht der Erwachsenen Unnützes kaufen, sollten sie sich nicht zu viel einmischen und Vorschriften machen. Nur so lernt ein Kind, dass es sich das nächste Mal besser keine zehn Lollies kauft, sondern lieber auf etwas spart, an dem es länger Freude hat.

Weiterführende Links zum Thema Taschengeld

Dieser Artikel erscheint im Rahmen unserer FReD-Initiative „Finanzielle Allgemeinbildung in Social Media“. FReD ist das konzernweite CSR Programm der Crédit Agricole Gruppe. Das ganze Jahr über werden wir jeden Monat einen Beitrag in unserem Blog und/oder unseren Social Media Kanälen zum Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ veröffentlichen.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/Social Media


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