Häufig gestellte Fragen

Was ist eigentlich der Sollzins?

Was ist eigentlich der Sollzins?

07. März 2017

Wie hoch die Zinsen sind, die Sie für einen Kredit bezahlen müssen, wird im Sollzins ausgedrückt. Was das genau bedeutet und was der Unterschied zum Effektivzins ist, erklären wir Ihnen hier.

Vor der Novellierung der Verbraucherkreditrichtlinie im Juni 2010 wurde der „Sollzins“ als  „Nominalzins“ bezeichnet. Es ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, dass bei einem Kreditangebot neben dem effektiven Jahreszins auch der Sollzins angegeben werden muss.

Aus dem Sollzins können Sie ablesen, wie hoch die Zinsen sind, die Sie für den aufgenommenen Kreditbetrag bezahlen müssen. Im Sollzins sind keine weiteren Kosten berücksichtigt, wie beispielsweise Vermittlungs-  oder Kontoführungsgebühren. Diese Faktoren fließen in den Effektivzins ein.

Höhe des Sollzinses

Wie hoch der Sollzins für ein Kreditangebot ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So orientiert sich der Zinssatz beispielsweise an den Leitzinsen der Nationalbank bzw. der Europäischen Zentralbank. Steigen die Leitzinsen, so wird auch ein Kreditinstitut einen höheren Sollzins für die Inanspruchnahme eines Darlehens berechnen. Wie hoch der Sollzins für Sie als Kreditnehmer ausfällt, hängt außerdem von Ihrer Bonität ab. Je besser Ihre Bonität, desto niedriger der Sollzins, den Sie bekommen können.

Gebundener Sollzins

Man spricht von einem gebundenen Sollzins, wenn Sie für die gesamte Vertragslaufzeit einen festen Zinssatz vereinbart haben. Dadurch wissen Sie beispielsweise von Anfang an genau, wie hoch die Zinskosten für Ihren Kredit ausfallen. Der Sollzins ist somit von wesentlicher Bedeutung für die Höhe Ihrer monatlichen Kreditraten.

Variabler Sollzins

Es gibt auch einen variablen Sollzins. Sollten die Zinsen fallen, profitieren Sie als Kreditnehmer von der Senkung. Steigen die Zinsen jedoch, verteuert sich Ihr Kredit.

2/3-Zinssatz in Kreditangeboten

Der Sollzins, den Sie aus allgemeinen Kreditangeboten ersehen können, ist nicht unbedingt der, den jeder Kreditnehmer tatsächlich erhält. Der angegebene Sollzins entspricht dem sogenannten 2/3-Zinssatz. Diesem liegt eine Berechnung zugrunde, nach der zwei Drittel der Kunden im Normalfall einen Kredit zu den angegebenen Zinsen erhalten würden. Ist die Bonität eines Kunden schlechter als in dem Rechenbeispiel, wird er ein Kreditangebot mit höheren Zinsen erhalten. Letztlich hängt es immer von der Bonitätsprüfung des jeweiligen Kunden ab, zu welchen Konditionen er einen Kredit erhält. Die Angabe des 2/3-Zinssatzes hilft dabei, Kreditangebote vergleichbar zu machen.

Fazit

Um Kreditangebote vergleichen zu können, muss auch der effektive Jahreszins angegeben werden. Der Sollzins alleine reicht dafür nicht aus. Er sagt Ihnen hingegen, wie hoch die Zinsen für den Kreditbetrag ausfallen und ist mitbestimmend für die monatliche Ratenhöhe. Der 2/3-Zinssatz ist ein Richtwert, der anschaulich macht, mit welchen Sollzinsen zwei Drittel der Kunden rechnen können.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei CreditPlus


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