Darauf sollten Sie achten

Warnsignale unseriöse Kreditvermittler im Internet

Warnsignale unseriöse Kreditvermittler im Internet

04. Juli 2017

Immer häufiger fallen Verbraucher auf Angebote im Internet herein, die ihnen trotz schlechter SCHUFA und ohne Sicherheiten bieten zu müssen, Kredite versprechen. Und das angeblich auch noch zu den besten Konditionen. Lesen Sie hier, wann Sie hellhörig werden sollten.

Wenn die SCHUFA eines Kunden negativ ist und finanzielle Sicherheiten fehlen, kann ein seriöses Kreditinstitut normalerweise kein Darlehen gewähren. Ist das Konto überzogen, sind bereits Mietschulden entstanden oder es muss eine dringende Reparatur bezahlt werden, suchen Betroffene im Netz häufig nach Angeboten, die ihre finanziellen Probleme möglichst rasch lösen sollen.

Unseriöse Kreditanbieter machen sich diese Notsituation eines Kunden gerne zunutze. Sie versprechen etwa hohe Kreditsummen zu niedrigen Zinsen, interessieren sich nicht für etwaige negative SCHUFA-Einträge oder ob die Kreditrückzahlung durch ein regelmäßiges Einkommen gesichert ist. Solche Angebote sind jedoch in der Regel zu schön um wahr zu sein und Ihre Warnglocken sollten anspringen.

Fünf Signale, dass etwas faul sein könnte:

1. Hohe Kreditsummen, keine Sicherheiten erforderlich

Kreditangebote, die 100.000 Euro versprechen, für die die Bonität des Kunden jedoch nicht geprüft wird, können nicht seriös sein. Denn eine Bank muss sicherstellen, dass ein Kredit auch zurückbezahlt werden kann. Ein Kreditanbieter, dem scheinbar egal ist, ob die Kreditrückzahlung durch ein regelmäßiges Einkommen gesichert ist, hat vermutlich gar nicht vor, einen Kredit zu vergeben. Viel wahrscheinlicher ist es, dass mit dem vermeintlich tollen Angebot Kunden angelockt werden sollen, um Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

2. Vorkosten oder Vermittlungsgebühren per Nachnahme

Wenn ein Kreditanbieter Vorkosten in Rechnung stellen will, bevor überhaupt ein Kreditvertrag geschlossen wurde, sollten Sie ganz genau hinsehen.  Ein Kreditvermittler kann erst eine Gebühr verlangen, wenn ein Kredit genehmigt wurde. Und auch dann muss dies vorher vertraglich geregelt worden sein.

Eine häufige Masche geht so: Der Anbieter schickt Ihnen nach dem Kreditantrag einen Brief, in dem er Sie über die Genehmigung Ihres Kredits informiert. Sie sollen lediglich zuvor eine Vermittlungsgebühr, beispielsweise 250 Euro, per Nachnahme bezahlen. Viele Kunden sind so dringend auf den Kredit angewiesen, dass sie bezahlen.

Lassen Sie solche Briefe zurückgehen und bezahlen Sie nicht! Denn im Kleingedruckten steht meist, dass es sich nur um einen Vertrag zur Kreditvermittlung handelt. Den bezahlten Betrag sehen Sie voraussichtlich nicht wieder und keiner weiß, ob auf diese Weise schon einmal jemand einen Kredit erhalten hat. Und wenn ja, zu welchen Konditionen.

3. Kostenpflichtige Hotline

Vorsicht ist auch dann geboten, wenn die Servicenummer, die Sie nutzen sollen, hohe Kosten verursacht. Meist wird dann noch versucht, Sie möglichst lange in der Leitung zu halten, da über die Telefongebühren abkassiert wird. Ob es am Ende zu einem Kredit kommt, ist mehr als ungewiss.

4. Hausbesuche

In der Regel verfügen die Anbieter über keine Filialen, die ein Kunde aufsuchen kann. Die Kreditvermittler schicken gerne ihre Mitarbeiter zu den Kunden nach Hause, um Dokumente zur Unterschrift vorzulegen. Kunden werden dabei häufig zu einer raschen Unterschrift gedrängt und haben nicht genug Zeit, die Unterlagen genau zu prüfen. Oft hat der Vermittler nicht nur den Kreditvertrag dabei, sondern versucht Ihnen weitere Verträge, wie etwa für Versicherungen oder Geldanlagen aufzuschwatzen.

5. Angebote „ohne SCHUFA“

Bei Kreditangeboten, die damit werben keine SCHUFA-Auskunft einzuholen, tummeln sich viele schwarze Schafe. Sie nutzen aus, dass die Interessenten auf anderem Weg keinen Kredit erhalten haben. Denn bei deutschen Banken ist es Standard, eine SCHUFA-Auskunft einzuholen, bevor sie einen Kredit gewähren. Steht hinter dem Angebot im Internet eine ausländische Bank, wird auch diese sich Informationen über die Bonität eines Kunden beschaffen. Der Kreditvermittler kann also viel versprechen, die Bank entscheidet jedoch am Ende, ob sie den Kredit an den Kunden vergibt.

Das Einholen der SCHUFA-Auskunft hat den Hintergrund, die finanziellen Verhältnisse und das Zahlungsverhalten eines Kunden zu prüfen. Dies soll nicht nur gewährleisten, dass ein Kredit auch zurückbezahlt werden kann. Es soll auch verhindern, dass ein Kunde sich noch weiter verschuldet, wenn seine wirtschaftliche Situation ohnehin schon schwierig ist.

Unser Fazit

Wir empfehlen, nur Kredite bei seriösen Finanzinstituten aufzunehmen. Wenn ein Kreditantrag aufgrund Ihrer Bonität abgelehnt wird, sollten Sie versuchen, diese langfristig zu verbessern. Sind bereits hohe Schulden entstanden,  wenden Sie sich an eine seriöse Schuldnerberatung. Ein weiterer Kredit vergrößert das Problem unter Umständen nur. Informieren Sie sich bei Ihrer Kommune über die offizielle Schuldnerberatung oder wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Links zum Thema:

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei CreditPlus


2 Kommentare

Hallo Herr Schneider,
da haben Sie völlig recht. Das Beispiel mit den 100.000 Euro sollte nur verdeutlichen, wie mit Lockangeboten Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Auch bei kleineren Summen, die ohne Bonitätsprüfung vergeben werden sollen, ist Vorsicht geboten.
Viele Grüße
Sabine Birk

Hallo Frau Birk,

vielen Dank für den informativen Artikel. Als Verbraucher sollte man selbst bei einer Kreditsumme von 10.000€ misstrauisch werden, wenn keine Bonitätsprüfung erfolgt.

Viele Grüße,

André Schneider

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