Steuererklärung

Steuer-Tipps für das Homeoffice 2020

Mehrere Millionen Deutsche mussten durch Corona ins Homeoffice. Lässt sich daraus für das nächste Jahr ein Steuervorteil ziehen?
Das müssen Sie für die Steuererklärung wissen!

Es ist Mitte März und die Corona-Krise im vollen Gange, als der Branchenverband Bitkom eine repräsentative Umfrage zum Homeoffice in Deutschland durchführt. Demnach war da bereits jeder zweite Berufstätige (49 Prozent) ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. Jeder fünfte Berufstätige wegen Corona sogar zum ersten Mal überhaupt.

Werbungskosten geltend machen

Die Corona-bedingte Heimarbeit hat nicht nur positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, wie eine DAK-Studie nun zeigt. Auch die Produktivität sei für mehr als die Hälfte der Befragten zu Hause höher als im Büro. Und wer jetzt schon seine Hausaufgaben macht, kann dank Homeoffice bei der nächsten Steuererklärung sogar Geld sparen.
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeiten, die vom Arbeitgeber verordnete Heimarbeit steuerlich abzusetzen. Allerdings müssen Sie dafür ein eigenes Arbeitszimmer zu Hause haben, das kein Durchgangszimmer ist und ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird. Unter Umständen kann es sich also lohnen, aus dem Gästezimmer ein permanentes Arbeitszimmer zu machen. Denn wenn das beispielsweise 20 Prozent Ihrer gesamten Wohnfläche einnimmt, können Sie auch 20 Prozent der Miet- und Nebenkosten mit Ihrer nächsten Steuererklärung absetzen.

Diese Regelung gilt auch, wenn die Heimarbeit – wie durch Corona – nur temporär ist. Dann nämlich, wenn Sie nachweisen können, dass Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und das häusliche Arbeitszimmer zum Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit wird. Werbungskosten können dann bis zu einer Höhe von maximal 1.250 Euro geltend gemacht werden. Nur, wer permanent zu Hause arbeitet – etwa Freiberufler – kann die gesamten Kosten absetzen.

Arbeitssituation dokumentieren

Idealerweise sollten Sie Ihre Arbeitsbedingungen mit Fotos dokumentieren, sodass Sie im Zweifel nachweisen können, dass Sie das Arbeitszimmer auch wirklich nur zu maximal 10 Prozent privat nutzen.

Neben dem Arbeitszimmer können zudem sämtliche Arbeitsmittel steuerlich abgesetzt werden, die nicht vom Unternehmen bezahlt oder erstattet werden. Ab einem Wert von 250 Euro wird dafür eine ordentliche Rechnung mit Ihrem Namen und der Anschrift benötigt – also etwa für Computerzubehör oder Büromöbel. Sogar Internet- und Telefonkosten können anteilig geltend gemacht werden.

Wer kein separates Arbeitszimmer hat, sollte sich jedoch nicht entmutigen lassen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. macht sich aktuell dafür stark, dass die Regelungen für 2020 gelockert werden. Daher der Tipp der Profis fürs kommende Jahr:

  • Bescheinigung des Arbeitgebers für den Zeitraum der Heimarbeit ausstellen lassen!
  • Gegebenenfalls Tage und Stunden der Nutzung in Form einer Tabelle dokumentieren!
  • Rechnungen aufbewahren!