Früh übt sich

So lernen Kinder den Umgang mit Geld

So lernen Kinder den Umgang mit Geld

12. November 2019

In Deutschland ist die Regel „Über Geld spricht man nicht!“ weit verbreitet. Doch ist diese Haltung auch sinnvoll, wenn es um den eigenen Nachwuchs geht? Wir plädieren dafür, dass Kinder schon früh einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen und haben nützliche Tipps dafür.

Tipp 1: Spielen

Mit Geld spielt man nicht? Doch! Am besten lernen Kinder auf spielerische Weise, mit Geld umzugehen. Nicht umsonst ist Kaufladen spielen schon seit Generationen beliebt. Dabei können die Kleinen nachahmen, was sie vom Supermarktbesuch mit den Eltern bereits kennen. Die Kinder müssen sich unter anderem überlegen, wieviel Geld sie zum „Einkaufen“ mitnehmen müssen und was sie dafür bekommen. Als „Ladenbesitzer“ legen sie die Preise für ihre Artikel fest. Mama und Papa können erklären, was Brot und Butter kosten oder wie teuer Waschmittel ist.

Tipp 2: Zusammen einkaufen

Einkaufen muss natürlich nicht nur gespielt werden. Auch beim echten Einkauf können die Kinder tatkräftig helfen. Selbst die Kleineren können bereits mit den Eltern die Vorräte checken: Was brauchen wir und was ist noch da? Schulkinder können den Einkaufszettel schreiben. Im Supermarkt vergleichen sie gemeinsam mit Mama oder Papa die Preise und besprechen, wo gespart werden kann.
Nach dem Einkauf können die Eltern mit den Kindern den Kassenzettel durchgehen: Was haben wir heute ausgegeben? Was hat am meisten gekostet?

Tipp 3: Vorbild sein

Wer seinem Kind vorlebt, wie man spart, ist glaubwürdiger als es nur in der Theorie zu erzählen. Außerdem findet das Kind es ganz normal, Geld zu sparen, wenn es die Eltern auch tun. Am besten sind konkrete Beispiele, etwa so: Wir wollen in den Urlaub fahren, das kostet den Betrag X. Den Betrag Y haben wir schon für die Reise auf dem Sparbuch beiseitegelegt. Nun müssen wir noch die Differenz Z sparen, um uns den Urlaub leisten zu können. 

Tipp 4: Taschengeld geben

Am besten lernen Kinder mit ihrem Geld zu haushalten, wenn sie über eine bestimmte Summe selbst verfügen können. Auf diese Weise erkennen sie ganz von selbst, dass sie Prioritäten setzen müssen, wenn sie sich von ihrem Taschengeld etwas leisten möchten. Und wie lange es dauert, bis sie auf einen größeren Wunsch gespart haben. In unserem Blogartikel Wie viel Taschengeld für Kinder? haben wir Infos zur Höhe des Taschengeldes je nach Alter des Kindes zusammengestellt und welche Regeln sinnvoll sind.

Tipp 5: Ferienjob machen

Jugendliche dürfen mit Genehmigung der Eltern bereits ab 13 Jahren jobben. Infrage kommen Aufgaben wie Babysitten, Zeitungen austragen oder Nachhilfeunterricht. Dabei darf die tägliche Arbeitszeit zwei Stunden nicht überschreiten. Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche maximal vier Wochen pro Jahr einen Ferienjob übernehmen, jedoch nur zwischen 8 und 20 Uhr. Ab 16 Jahren können Schüler bei Jobs in der Gastronomie auch bis 22 Uhr oder in Ausnahmefällen bis 23 Uhr arbeiten. Sobald die jungen Leute 18 und damit volljährig sind, fallen solche Einschränkungen weg.
Selbst zu arbeiten, zeigt Heranwachsenden sehr wirkungsvoll, wie viele Stunden aufgewendet werden müssen, um Geld zu verdienen. Wenn sie sich von dem erarbeiteten Geld langersehnte Wünsche erfüllen, wie den Führerschein oder eine Reise mit Freunden, werden sie dies viel mehr zu schätzen wissen. Denn sie haben ja aus eigener Erfahrung gelernt, wie viel sie dafür tun müssen, um ans Ziel zu kommen. 

Fazit

Zugegeben, den Kindern nach und nach den täglichen Umgang mit Geld beizubringen, kostet Mühe und Zeit. Doch der Lohn ist, dass der eigene Nachwuchs schon früh lernt, mit den vorhandenen Mitteln auszukommen und dass Geld nicht auf den Bäumen wächst. Zudem erhöht es auch die Wahrscheinlichkeit, dass aus den Kindern, Erwachsene werden, die gegen die Gefahren der Überschuldung gewappnet sind und mit ihren Finanzen verantwortungsvoll umgehen können. Dafür lohnt sich der Aufwand doch allemal.

Weiterführende Links


Dieser Artikel erscheint im Rahmen unserer FReD-Initiative „Finanzielle Allgemeinbildung in Social Media“. FReD ist das konzernweite CSR Programm der Crédit Agricole Gruppe. Das ganze Jahr über veröffentlichen wir jeden Monat einen Beitrag in unserem Blog und/oder unseren Social Media Kanälen zum Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/Social Media


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