Kreditverhalten deutscher Verbraucher weiterhin vorbildlich

SCHUFA Kredit-Kompass 2019

SCHUFA Kredit-Kompass 2019

25. Juli 2019

Die Rückzahlungsquote der privaten Kreditnehmer ist seit Jahren auf einem hohen Niveau und nun erneut gestiegen: auf 97,9 Prozent. Dies hat der jährliche SCHUFA Kredit-Kompass ergeben. Außerdem beschäftigt sich die Studie mit der digitalen Finanzkompetenz von Verbrauchern.

In ihrem Kredit-Kompass analysiert die SCHUFA jährlich das Kreditverhalten der deutschen Verbraucher. Die schon in den vergangenen Jahren sehr gute Rückzahlungsquote hat sich nochmals verbessert. 97,9 Prozent der privaten Kreditnehmer haben Ihre Ratenkredite vertragsgemäß bedient. Auch diesmal stechen die Ergebnisse der Gruppe der 18- bis 19-jährigen Verbraucher positiv hervor: Mit einer Rückzahlungsquote von 98,3 Prozent übertreffen sie noch den Durchschnitt und strafen etwaige Vorurteile Lügen.Grafik Rückzahlungsverhalten SCHUFA Kredit-Kompass 2019

Überwiegend positive Informationen bei der SCHUFA gespeichert

Unverändert gibt es zu den meisten Verbrauchern ausschließlich positive SCHUFA-Einträge. Dies bedeutet, dass sie ihre finanziellen Verpflichtungen bei Ratenkrediten, Kreditkarten, Mobilfunkverträgen und ähnlichem vertragsgemäß erfüllt haben.

Anfrage nach Kreditkonditionen gestiegen

Die Anzahl der Konditionenanfragen für Kredite hat um 30 Prozent zugenommen. Dies zeigt, dass Verbraucher Verträge nicht unüberlegt abschließen, sondern zunächst die Kreditbedingungen der Banken vergleichen. Im Jahr 2018 wurden über 34 Millionen Konditionsanfragen gestellt, was einen neuen Höchststand darstellt. Durchschnittlich holten die Kreditinteressenten rund 2,7 Angebote ein, bevor sie ein Darlehen abschlossen. 2017 waren es lediglich 2,1 Angebote.

Mehr laufende Kredite, höhere Summen

2018 ist die Zahl der laufenden Ratenkredite auf insgesamt 18,4 Millionen gestiegen, 7,8 Millionen Kredite wurden neu abgeschlossen. Deren Höhe lag im Schnitt bei 11.140 Euro und hat damit gegenüber 10.272 Euro im Jahr 2017 zugenommen. Die stärkste Nachfrage gab es mit 39 Prozent nach Kreditsummen von mehr als 10.000 Euro.

Digitale Angebote: Verbraucher sind aufgeschlossen und wissbegierig

Exklusiv für den Kredit-Kompass hat das Marktforschungsinstitut forsa Verbraucher befragt, wie interessiert sie an digitalen Finanzangeboten sind, wie sie online bevorzugt bezahlen und wie sie ihre persönlichen Daten schützen. Die Studie hat herausgefunden, dass rund zwei Drittel der Befragten sehr an digitalen Angeboten und Dienstleistungen interessiert sind. Etwa die Hälfte schätzt die Erleichterungen, die die Digitalisierung mit sich bringen.

Ganz weit vorne ist Online-Banking, das 84 Prozent nutzen. Allerdings nicht via App, denn diese Möglichkeit haben nur 36 Prozent in Gebrauch. Online-Zahlungsdienste haben einen hohen Bekanntheitsgrad (72 Prozent), jedoch nutzen diese Angebote nur 47 Prozent.

Die meisten Befragten, 65 Prozent, favorisieren das persönliche Gespräch vor Ort mit ihrer Bank oder ihrem Finanzdienstleister. Briefe spielen kaum noch eine Rolle, nur 5 Prozent möchten über diesen Weg Kontakt aufnehmen. Spitzenreiter der Kommunikationswege ist das Telefon mit 56 Prozent, gefolgt von E-Mail mit 49 Prozent. Für die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen hat der persönliche Kontakt nicht die gleiche Bedeutung wie für die Älteren. Bereits 22 Prozent der Jüngeren kommunizieren am liebsten per Online-Chat.

Online-Shopping und digitale Bezahlmöglichkeiten

Am liebsten bezahlen die Verbraucher ihre Online-Käufe nach wie vor auf Rechnung. 88 Prozent möchten lieber erst die Ware erhalten und hinterher den offenen Betrag begleichen. Mit deutlichem Abstand folgt PayPal, das lediglich 52 Prozent nutzen. Per Nachnahme zu bezahlen kommt nur für 50 Prozent infrage. Große Vorbehalte gibt es gegenüber Kryptowährung – 75 Prozent können sich überhaupt nicht vorstellen, damit zu bezahlen.

Online-Shopping und digitale Bezahlmöglichkeiten

Die regelmäßigen Informationen und Warnungen haben bei zahlreichen Verbrauchern gefruchtet: Sie achten darauf, ihre persönlichen Daten im Netz zu schützen und sind zurückhaltend bei der Dateneingabe. 56 Prozent sagen, dass sie Bedenken haben, wenn sie online bezahlen und dabei Daten eingeben müssen. Auch beim Anlegen eines Online-Kontos machen sich 54 Prozent Gedanken, ob ihre Daten ausreichend geschützt sind. Die Befragten gaben beispielsweise an, dass sie unterschiedliche Passwörter nutzen und darauf achten, dass diese möglichst sicher sind.

Den Kredit-Kompass 2019 mit der ausführlichen Auswertung können Sie auf schufa.de herunterladen.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/Social Media


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