Microweddings: Die Pandemie verändert das Heiraten

In den letzten Jahren ging der Trend bei Hochzeiten zu immer größeren Feiern. Die Corona-Pandemie hat dem plötzlich ein Ende gesetzt. Die Hochzeitsstudie 2021 der kartenmacherei zeigt: Im Pandemiejahr hat sich rund um das Ja-Wort so einiges geändert – auch, was die Finanzierung betrifft.

Die Liebe kennt kein Datum, daran rüttelt auch Corona nichts – darin sind sich 53 Prozent der 1.653 Befragten einer Umfrage der kartenmacherei einig. Neben den üblichen Fragen rund um Partnerschaft und dem großen Tag zielten die Fragen der alljährlichen Hochzeitsstudie diesmal vor allem auf den Einfluss der Corona-Pandemie auf das Hochzeitsgeschehen ab. Dabei zeigt sich sehr deutlich: In Bezug auf Hochzeiten war vergangenes Jahr alles anders, auch wenn sich viele nicht von der Eheschließung abhalten ließen.

Die Unsicherheit, ob der geplante Hochzeitstermin überhaupt stattfinden kann, traf ganze 91 Prozent der Befragten. 72 Prozent mussten den Termin tatsächlich verschieben, etwa ein Viertel sogar zweimal. Viele Paare hoffen auf das Jahr 2021, schon im Frühling soll es am besten wieder losgehen. Zehn Prozent der Befragten gehen lieber auf Nummer sicher und verschieben ihren großen Tag sogar auf 2022.

Unsicherheiten prägten Hochzeiten 2020

Doch selbst wenn die Hochzeit letztes Jahr stattfinden konnte: Ganz so, wie Bräute und Bräutigame sich das große Fest vorgestellt hatten, konnte es nicht laufen. Während bei den meisten Hochzeiten das Wetter die größte Planungsunsicherheit darstellt, mussten sich 43 Prozent der Heiratenden im letzten Jahr Sorgen machen, ob Fotograf:innen, Cateringfirmen und andere Dienstleister:innen überhaupt erscheinen konnten. Hygienekonzepte waren für 37 Prozent der Befragten eine Belastung. Kein Wunder also, dass die Corona-Pandemie 60 Prozent der Heiratswilligen verunsicherte. Ein gutes Drittel verlor sogar die Vorfreude auf den großen Tag, der einfach nicht so sein wollte wie geplant.

„Microweddings“ für viele die beste Lösung

Heiraten im Jahr 2020 war war anders als in den Jahren zuvor. Statt der großen Hochzeit, bei der so viele Menschen wie nur möglich zum Mitfeiern eingeladen werden, waren es 2020 eher kleine Feste, die den Durchschnitt der Hochzeiten ausmachte. Bei mehr als der Hälfte der Befragten waren 2019 über 50 Personen eingeladen, 2020 waren es nur 33 Prozent. Nur drei Prozent feierten mit mehr als 100 Gästen. Auch wenn so nicht alle Bekannten und Verwandten kommen konnten, hatten die sogenannten Microweddings doch einen positiven Effekt für die Betroffenen: Die Kosten für Hochzeitsfeiern lagen deutlich niedriger als in den Jahren davor. Mehr als ein Drittel zahlte weniger als 4.000 Euro für die Hochzeit. Acht Prozent gaben sogar weniger als 1.000 Euro für ihre Feier aus, im Vorjahr waren es nur sechs Prozent. Für 20 Prozent der Heiratenden bedeutete Corona, dass sie Geld sparen konnten. Für 17 Prozent der Befragten bedeutete das Verschieben und Umplanen ihrer Hochzeit jedoch, dass sie Geld verloren.

Die kleineren Feiern erlaubten es vielen Paaren, die Kosten selbst zu übernehmen. Der Großteil konnte von den heiratenden Paaren selbst übernommen werden, und mit der Unterstützung der Eltern konnten fast alle ihre Kosten decken. Nur drei Prozent der Paare griffen auf einen Kredit zurück – 2019 waren es noch sieben Prozent, also mehr als doppelt so viel.

Wie werden Hochzeiten 2021?

Ein Blick ins Jahr 2021 lässt vermuten, dass dies nur eine kurzfristige Veränderung bleibt. Große Feiern waren 2020 größtenteils nicht erlaubt – wer darauf nicht verzichten wollte, hat die Hochzeit verschoben. Vorausgesetzt, größere Feiern können im Sommer wieder stattfinden, wird auch der Bedarf an Krediten wieder steigen. Für die Paare, die 2020 nicht zu ihrem erhofften Fest kommen konnten, ist zu wünschen, dass auf das Jahr der kleinen Hochzeiten das Jahr der großen Hochzeiten folgen wird.


Quelle: Studie „So heiratet Deutschland“ der kartenmacherei