Verbraucherindex: Konsum in Zeiten von Corona

Es ist keine große Überraschung: Die Corona-Krise trübt das Konsumklima in Deutschland. Das belegt nun unser Creditplus Verbraucherindex, für den jetzt Zukunftserwartungen, Konsumbereitschaft und finanzielle Lage von 2.000 Verbrauchern erfasst wurden. Der Index rutscht in den ersten beiden Quartalen 2020 – also mitten in der Corona-Krise – erstmals seit drei Jahren auf einen Wert unter 100.

Zusammenfassung der Ergebnisse des Verbraucherindex Frühjahr 2020

  • Sieben von zehn Deutschen sind im Hinblick auf ihren Lebensstandard in den kommenden Monaten optimistisch.
  • Mit zunehmendem Alter wachsen die Befürchtungen, dass sich der Lebensstandard verschlechtert.
  • Singles, niedrig Gebildete und nicht Berufstätige rechnen tendenziell etwas häufiger mit einer negativen Entwicklung ihres zukünftigen Lebensstandards.
  • Am häufigsten machen sich die Einwohner Sachsen-Anhalts Sorgen um ihre finanzielle Zukunft. In Schleswig-Holstein ist man besonders häufig optimistisch.
  • Vier von zehn Bundesbürgern würden gerne mehr Geld ausgeben, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.
  • Die Konsumneigung ist auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gesunken, obwohl die Konsummöglichkeiten deutlich angestiegen sind.
  • 22- bis 34-Jährige haben die höchste Konsumneigung, aber die geringsten Konsummöglichkeiten.
  • Mit Kindern im Haushalt steigt die Konsumneigung deutlich an.
  • Die Menschen in Nordrhein-Westfalen geben vergleichsweise gern Geld aus und haben auch relativ häufig die Möglichkeit dazu.
  • Jedem fünften Bundesbürger stünden für unerwartete Ausgaben weniger als 625 Euro zur Verfügung, jedem zehnten gar nichts.
  • Das Anschaffungspotenzial der Deutschen stagniert im Frühjahr 2020 auf hohem Niveau.
  • Westdeutschen steht mehr Geld zur Verfügung als Ostdeutschen.
  • Akademiker und voll Berufstätige haben am häufigsten Rücklagen für unerwartete Ausgaben.
  • In Ostdeutschland ist ein klares Süd-Nord-Gefälle erkennbar: In Sachsen und Thüringen ist man besser auf unerwartete Ausgaben vorbereitet.
  • Etwas mehr als jeder vierte Deutsche plant in den nächsten drei Monaten mehrere größere Anschaffungen.
  • Die Deutschen werden seit einem Jahr immer zurückhaltender mit ihren Anschaffungsplänen.

Corona und die Veränderungen des Kauf- und Konsumverhaltens:

  • Die Hälfte der Deutschen lässt Vorsicht walten und reduziert vorsorglich den Konsum.
  • Mehr als vier von zehn Verbraucher halten ihre Ausgaben hingegen konstant. Besonders vorsichtig sind 22- bis 54-Jährige und Haushalte mit Kind.
  • Fast sechs von zehn Bundesbürgern haben ihr Kaufverhalten aufgrund der Corona-Krise verändert.
  • Ein Viertel vermeidet aus Sorge vor Ansteckung den Besuch in Geschäften, ein Fünftel kauft verstärkt online bei großen Anbietern wie Amazon ein.
  • Aber auch die Händler vor Ort werden teilweise nicht vergessen: Rund jeder Sechste sucht sie mehr als sonst auf, sofern möglich, und jeder siebte bestellt online „vor Ort“, wenn es angeboten wird.
  • Mehr als sechs von zehn Bundesbürgern berichten davon, dass sich ihr Konsumverhalten im Zuge der Corona-Krise verändert hat.
  • Insbesondere verschiebt ein Viertel wegen Unsicherheiten im Hinblick auf die künftige finanzielle Lage größere Anschaffungen.
  • Knapp drei von zehn Deutschen kaufen weniger Konsumgüter ein.
  • Ein Fünftel konsumiert aber mehr Unterhaltungsmedien als vor der Krise.
  • Vor allem unter Jüngeren finden Streaming-Angebote, aber auch Bücher und DVDs überdurchschnittlich viele dankbare Abnehmer.

Über die „Creditplus Verbraucherindex Frühjahr 2020“

Im Mai 2020 wurden 2.000 Personen ab 16 Jahren online durch das Marktforschungsinstitut Toluna befragt. Die Studie ist repräsentativ und bietet einen Einblick in das Verbraucherverhalten der Bevölkerung. Die Ergebnisse stellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verbrauchergruppen heraus.

Die ausführliche Studie Creditplus Verbraucherindex Frühjahr finden Sie im hier zum Download.