Heiraten gestern und heute

Geldgeschenke zur Hochzeit sind die Aussteuer von heute

22. Mai 2013

Zwei Paare, eines seit fast 50 Jahren verheiratet, eines erst seit wenigen Monaten, erzählen von ihrem Hochzeitstag.

Die eigene Hochzeit gehört zu den schönsten Ereignissen im Leben. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn die Zahl der Heiraten kontinuierlich zurückgeht. Doch traditionelle Brauchtümer treten zunehmend in den Hintergrund.

Vor 50 Jahren: großes Hochzeitsfest in der Kleinstadt

Hochzeitspaar vor 50 Jahren

ein Hochzeitspaar vor 50 Jahren

Verena und Hans, seit fast 50 Jahren in einer ostwestfälischen Kleinstadt verheiratet, erinnern sich: „Trotz der bescheidenen Verhältnisse im Jahre 1964 haben wir ein schönes Fest auf die Beine gestellt. Alle haben mitgeholfen, sogar die Nachbarn. Es gab drei Brautführerinnen und Blumenkinder. Die Feier fand auf dem ländlichen Anwesen der Eltern statt. Kaffee und Kuchen, ein Abendessen sowie der Mitternachtsimbiss wurden im Rahmen der Verwandtschafts- und Nachbarschaftshilfe bereitgestellt.“

Selbst die Musik war hausgemacht: Onkel und Brautvater spielten auf Cello und Violine Kaffeehausmusik, begleitet von einem engagierten Klavierspieler. Als Hochzeitskarosse hielt der weiße Ford Taunus des Onkels her, ein ganz besonders schönes Brautkleid spendierte die Brautmutter. Am Tag nach der Feier ging es für das frisch vermählte Paar dann direkt auf Hochzeitsreise.

Heute: Feier im engsten Familienkreis

ein Hochzeitspaar heute

ein Hochzeitspaar heute

Etwas weniger pompös, dafür ebenso festlich, feierten Tanja und Markus aus Hamburg vor gut vier Monaten ihre Hochzeit: Man ließ sich in einem exklusiven Restaurant verwöhnen, mit dabei waren nur die engsten Verwandten. „Ein großes Fest brauchten wir nicht. Nach fast sechs Jahren Beziehung war das Ja-Wort für uns Krönung genug.“

Das kleine Baby der beiden wurde zum Hochzeitstag in ein schickes Hemd gekleidet. Ein teures Brautkleid gab es hingegen nicht, ebenso wenig wurden die Frischvermählten in einem geschmückten Wagen vom Standesamt abgeholt. Aber eine Hochzeitsreise, die soll es noch geben.

Hochzeitsgeschenke

Und was wurde geschenkt, damals und heute? „Bei uns gab es eine Aussteuer“, sagt die langjährige, immer noch glückliche Ehefrau Verena. „Statt Geld gab man uns praktische Geschenke: Bettwäsche, Handtücher, Bestecke, Gläser und Geschirrteile.“ Das ist heute anders. Viele Paare geben im Vorfeld an, dass sie sich Geld für einen bestimmten Zweck wünschen. So war es auch bei den Jungvermählten: „Wir haben ja schon alles. Deshalb gab es Geld für unseren Sohn, das haben wir für ihn angelegt“, sagt Markus, der frischgebackene Ehemann.

Hier sehen Sie unsere Video-Umfrage zur Hochzeit

Melanie Klagmann

MELANIE KLAGMANN


3 Kommentare

Sehr interessanter Beitrag. Habe ich so noch gar nicht betrachtet. Danke

Wir müssen in der Geschichte sehr, sehr weit zurückgehen, bis wir zu jener Zeit kommen, in der es noch kein Geld gab.

JULIA E. HEATH

9. Juni 2013

Die Erklärung ist glaubwürdig. Es kann eine tolle Erinnerung sein, den beliebtesten Moment der Hochzeit mit anderen zu teilen.

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