Männer und Frauen sparen und konsumieren unterschiedlich

Finanzverhalten der Geschlechter

Finanzverhalten der Geschlechter

01. Oktober 2019

In vielerlei Hinsicht ticken Männer und Frauen verschieden. Bei emotionalen Themen, wie beispielsweise der richtigen Kindererziehung, gehen die Meinungen häufig weit auseinander. Aber auch bei den Finanzen unterscheiden sich die Geschlechter oft deutlich.

Verschiedene Studien belegen, dass Frauen tatsächlich ein anderes Sparverhalten als Männer haben. Eine Umfrage der GfK und des „Flossbach von Storch Research Institute (FvSRI)“ zeigt beispielsweise, dass 60 Prozent der Frauen weniger als hundert Euro pro Monat zur Seite legen. Männer hingegen sparen deutlich mehr. Das Marktforschungsinstitut Splendid Research hat in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass Männer durchschnittlich 63 Euro pro Monat mehr sparen als Frauen. Diese Differenz hängt jedoch auch mit dem Verdienstunterschied zwischen beiden Geschlechtern zusammen. In Deutschland liegt er laut Statistischem Bundesamt noch immer bei 21 Prozent. Wird das berücksichtigt, sparen Frauen im Verhältnis nur unwesentlich weniger.

In puncto Risikobereitschaft sind sie hingegen deutlich zurückhaltender. Frauen favorisieren klassische Anlageprodukte wie beispielsweise das Sparbuch und legen mehr Wert auf Sicherheit. Dafür nehmen sie auch geringere Renditen in Kauf. Zwar ist das Credo „Sicherheit zuerst“ für deutsche Sparer nichts Neues, im Vergleich der Geschlechter sind Männer aber risikofreudiger und legen ihr Geld langfristiger in Aktien oder Fonds an. Laut GfK- und FvSRI-Studie nutzen zurzeit doppelt so viele Männer die Chancen des Aktienmarktes wie Frauen. Die Erfahrung zeigt, dass sich dadurch höhere Erträge erzielen lassen als mit Sparbüchern.

Gravierende Nachteile durch schlechte Renditen

Die langfristigen Folgen dieser geschlechterspezifischen Unterschiede sind gravierend. Frauen, die aufgrund der immer noch existierenden Lohnungleichheit im Schnitt weniger verdienen und dadurch auch geringere Rentenansprüche erwerben, sind im Alter auf die Erträge ihrer Ersparnisse stärker angewiesen als Männer. Allerdings halten viele Anlegerinnen an klassischen Sparprodukten fest, die derzeit sehr niedrig verzinst sind. Der Grund dafür ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Inflation von knapp zwei Prozent sorgt dafür, dass niedriger verzinste Anlageprodukte mit der Zeit an Wert verlieren. Sachwerte wie Aktien und Immobilien sind hingegen renditestärker. Sie können in Zukunft für mehr Geld verkauft werden. Um auch im Alter finanziell unabhängig zu sein, ist es ratsam, auf einen Mix aus beidem zu setzen.

Unterschiedliches Konsumverhalten

Auch im Konsumverhalten sind geschlechterspezifische Unterschiede zu erkennen. Eine Studie der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) vom Dezember 2018 zeigt, dass Frauen mehr Spaß am Einkaufen haben und dabei wesentlich mehr Wert auf Einrichtung, Gestaltung und Design der Läden legen als Männer. Eine Ausnahme ist das Auto: Hier ist es den Männern deutlich wichtiger, dass das Fahrzeug auch gut aussieht. Das Klischee, dass der Autokauf eine vorwiegend männliche Angelegenheit ist, bestätigt sich in diesem Fall. Das gleiche gilt auch für technische Produkte. Marktforschungsexperten zufolge verfolgen Männer beim Einkaufen in der Regel eine Absicht und suchen gezielt nach einem bestimmten Artikel, über den sie sich vorher informiert und den sie mit anderen Angeboten verglichen haben. Die Entscheidungen sind geradlinig und selten spontan. Neben diesen Bedarfskäufen gibt es aber auch bei Männern Luxuseinkäufe. Für Dinge, die ihnen wichtig sind, geben sie gerne mehr aus. Bei Frauen unterscheiden die Gender-Marketing-Experten zwischen Einkauf und Shopping. Der Einkauf, der weniger Freude bereitet, dient notwendigen Besorgungen für den täglichen Bedarf. Das Shopping hingegen ist für manche Frauen ein Hobby, bei dem sie öfter zu Spontankäufen neigen, Spaß haben und Neues entdecken möchten. Dabei gehen sie weniger linear vor und lassen sich von verschiedenen Faktoren beeinflussen, wie Experimente von Forschern belegen.

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Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/Social Media


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