Gastbeitrag: Energie sparen – aber richtig

Energieklasse A? Ist das eigentlich gut?

20. Juni 2013

Energiesparen ist in aller Munde. Dabei gibt es im eigenen Haushalt viele Möglichkeiten, mit einfachen Tricks den eigenen Stromverbrauch deutlich zu reduzieren. Wer dabei auf den Kauf von neuen Haushaltsgeräten setzt, der kann sich bereits seit 1998 an sogenannten Energieverbrauchs-Etiketten orientieren.

Energieklasse A steht für gute Energieeffizienz, ein G für eine schlechte. Studien haben jedoch gezeigt, dass viele Verbraucher nicht wissen, welcher Stromverbrauch wirklich hinter den Energielabels steckt. Grund genug einmal hinter die Kulissen zu gucken und sich zu fragen, welche Energieklassen sind eigentlich gut, und welche sind schlecht.

Energielabel sollen für Orientierung sorgen

Mittlerweile gibt es Energieeffizienzklassen für Kühlschränke, Lampen, Fernseher, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Diese sollen dem Kunden helfen, auch den Energiebedarf des Gerätes beim Kauf berücksichtigen zu können. Die Einteilung nach Energieeffizienzklassen folgt dabei dem englischen und amerikanischen Schulnotensystem: Ein A ist die beste Klasse. Das Haushaltsgerät weist dann einen niedrigen Strombedarf auf. Ein G ist die im Verhältnis schlechteste Klasse. Diese Haushaltsgeräte weisen dann einen sehr hohen Energiebedarf auf.

Da der Stromverbrauch über die gesamte Nutzungsdauer Kosten verursacht, können Verbraucher anhand der Energieeffizienzklassen selbst entscheiden, ob sich der meistens höhere Anschaffungspreis für ein Gerät der Klasse A rechnet. Doch das funktioniert in der Praxis leider nicht.

Absoluter Stromverbrauch wird nicht wahrgenommen

Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz verstehen viele Menschen die Energielabel nicht. Gerade die Kennzeichnung des absoluten Stromverbrauchs, das auf dem Energielabel in Kilowattstunden “per annum” angegeben wird, wird von zwei Drittel aller Befragten nicht wahrgenommen. Dies ist umso problemtischer, je größer Fernseher, Kühlschränke und Co. werden.

So verbraucht zum Beispiel ein effizientes A+-Fernsehgerät mit 80 cm Bildschirmdiagonale rund 50 Kilowattstunden Strom im Jahr. Bei einem großen A+-Fernseher mit 140 cm Durchmesser ist der Stromverbrauch mit 120 Kilowattstunden pro Jahr schon mehr als doppelt so hoch. Wer sich nur auf die Energiekennzeichnung verlässt, der könnte sich beim Blick auf die Stromrechnung wundern, dass sogar mehr Strom verbraucht wurde als vorher.

EnergieeffizienzklassenTechnische Fortschritt stiftet Verwirrung

Doch dies ist nicht das einzige Problem für Verbraucher. Da sich die Einteilung vieler Energieklassen auf den technischen Stand von 1994 bezieht und es seit dem viele Verbesserungen gab, mussten immer neue Klassen hinzugefügt werden.

So führte man 2003 für Kühlschränke die Klassen A+ und A++ ein, 2011 wurden für Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernseher die Klassen A+, A++, A+++ eingeführt und 2011 führte man für Kühlschränke die Klasse A+++ ein. Heute haben immer mehr Geräte ein immer besseres Energielabel und eine sinnvolle Unterscheidung zwischen den Geräten ist für Verbraucher schwer.

Nicht nur auf Energiekennzeichnung verlassen

Verbraucher sollten sich daher beim Kauf nicht nur auf das Energielabel verlassen. Folgende Tipps könnten bei der nächsten Anschaffung für den Haushalt weiterhelfen:

  1.  Wenn die alte Kühl- oder Gefrierschrankkombination ausgetauscht werden soll, so lohnt es sich auf z. B. auch eine Abtauautomatik zu achten. Diese erledigt das Abtauen dann, wenn sich noch nicht so viel Eis gebildet hat. Denn einer geringen Eisbildung entgegenzuwirken ist wesentlich energieeffizienter als wenige Male pro Jahr eine dicke Eisschicht zu entfernen. So läuft der Gefrierschrank immer unter optimalen Bedingungen und der Stromverbrauch wird deutlich reduziert.
  2. Wer sich für einen neuen Fernseher interessiert, der sollte sich ernsthaft fragen, ob es wirklich immer der größte sein muss. Zweitgeräte für Schlaf- oder Kinderzimmer können durchaus kleiner gewählt werden. Gerade bei solchen Fernsehern, die vergleichsweise selten genutzt werden, sollte auch auf eine niedrige Leistungsaufnahme im Stand-by-Betrieb geachtet werden. Als Richtgröße kann man sich bei energieeffizienten Fernsehern an etwa 1 Kilowatt orientieren.
  3. Moderne Waschmaschinen und Geschirrspüler sind nicht nur effizient, sie lassen sich auch energiesparend bedienen. Daher sollte beim Kauf auch auf Zusatzfunktionen wie Energiesparprogramme geachtet werden. Dies spart Strom und Wasser und erzielt dank längerer Laufzeit die gleiche Reinigungswirkung wie Normalprogramme.
  4. Ein unterschätzter Stromkostentreiber ist immer noch die Beleuchtung. Daher sollten grundsätzlich Lampen der Energieeffizienzklasse A, Leuchtdioden (LED), Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen verwendet werden. Neben der Energieeffizienz sollte beim Kauf aber auch auf das Recycling der Lampen geachtet werden: Energiesparlampen enthalten nämlich Quecksilber und müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Über den Gastautoren:

Robert DoellingRobert Doelling ist seit vielen Jahren im Online-Marketing von regenerativen Energien tätig. Momentan betreut Robert Doelling als Social Media Manager bei der DAA GmbH in Hamburg das Portal www.solaranlagen-portal.com und www.heizungsfinder.de. Privat schreibt Robert Doelling für das Online-Magazin energie-experten.org.

Robert Dölling

ROBERT DöLLING

Gastautor; Online-Marketing von regenerativen Energien


3 Kommentare

Wer einen neuen Fernseher oder eine neue Waschmaschine kauft, sollte sich das Energielabel der Geräte gut anschauen. Dort finden sich neben der Energieeffizienzklasse auch In-formationen zum jährlichen Stromverbrauch der Geräte. Doch gerade die Angaben zum Stromverbrauch auf dem EU-weit einheitlichen Energielabel sind für viele Menschen schwer verständlich. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 1.000 Personen. Der Stromverbrauch pro Jahr wird auf dem Ener-gielabel in Kilowattstunden “per annum” angegeben. Nur knapp ein Drittel aller befragten Rheinland-Pfälzer kennt diese Bezeichnung.

RAMIRO STANLEY

12. Juli 2013

Wer einen neuen Fernseher oder eine neue Waschmaschine kauft, sollte sich das Energielabel der Geräte gut anschauen. Dort finden sich neben der Energieeffizienzklasse auch Informationen zum jährlichen Stromverbrauch der Geräte. Doch gerade die Angaben zum Stromverbrauch auf dem EU-weit einheitlichen Energielabel sind für viele Menschen schwer verständlich. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 1.000 Personen.

NOREEN A. MAYER

10. Juli 2013

Wer einen neuen Fernseher oder eine neue Waschmaschine kauft, sollte sich das Energielabel der Geräte gut anschauen. Dort finden sich neben der Energieeffizienzklasse auch Informationen zum jährlichen Stromverbrauch der Geräte. Doch gerade die Angaben zum Stromverbrauch auf dem EU-weit einheitlichen Energielabel sind für viele Menschen schwer verständlich. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 1.000 Personen.

RILEY I. BARBER

4. Juli 2013

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