MoneyControl im Test

Creditplus-Mitarbeiter testen Haushaltsbuch-App

Creditplus-Mitarbeiter testen Haushaltsbuch-App

29. August 2019

Im Rahmen des Projekts „We the Beta Testers“ testen Creditplus-Mitarbeiter regelmäßig Apps und digitale Angebote. Das Thema finanzielle Allgemeinbildung spielt bei der Creditplus Bank eine wichtige Rolle. Daher haben die „Betas“ dieses Mal eine Haushaltsbuch-App getestet.

In unserem Schulprojekt bringen wir seit vielen Jahren Schülern bei, wie sie mit ihrem Geld besser haushalten können und worauf es beim täglichen Umgang mit Geld ankommt. Deshalb lag die Idee für die Creditplus-Betatester nahe, selbst über ihre Einnahmen und Ausgaben Buch zu führen und Erfahrungen mit dem eigenen Bezahlverhalten zu sammeln.

Für ein Haushaltsbuch muss heutzutage niemand mehr Stift und Notizbuch zur Hand nehmen. Das Smartphone haben die meisten tagtäglich dabei und Haushaltsbuch-Apps nehmen uns nicht nur die handschriftlichen Eintragungen ab. Sie übernehmen regelmäßige Ausgaben automatisch, rechnen alles zusammen und erstellen auf Wunsch auch noch Diagramme für uns. So fällt es gleich leichter, sich einen Überblick über den eigenen Umgang mit Geld zu verschaffen.

Die Haushaltsbuch-App MoneyControl will dem Nutzer dabei helfen, eine bessere Übersicht über seine Finanzen zu erhalten, seine Ausgaben gezielter steuern und Einsparpotenzial zu identifizieren. Ob die App hält, was sie verspricht, haben sich die Betatester genauer angesehen.

Wie lief der Test der Haushaltsbuch-App ab?

In der Zeit vom 1. April bis 9. Juni 2019 haben 42 Creditplus-Mitarbeiter MoneyControl getestet. Nur wenige der Tester sind auf die kostenpflichtige Version umgestiegen. Daher beziehen sich die Erkenntnisse der meisten Teilnehmer auf die Testversion von MoneyControl. Diese kostenlose Version kann zeitlich unbegrenzt genutzt werden, sie erlaubt jedoch im Vergleich zur Bezahlversion, nur eine eingeschränkte Anwendung.

Die Betatester sollten sich beim Testen z. B. folgende Fragen stellen:

  • Hilft euch die App einen besseren Überblick über eure Finanzen zu bekommen?
  • Wie viele Buchungseinträge benötigt ihr pro Monat?
  • Welche Kategorien findet ihr nützlich?
  • Was bewertet ihr bei der Benutzung positiv?
  • Wo seht ihr Verbesserungsbedarf?

Welche Erfahrungen haben die Tester mit der Haushaltsbuch-App gemacht?

Positiv aufgefallen sind unseren Testern die übersichtliche Darstellung der Ein- und Ausgaben sowie die relativ einfache Bedienung. Auch die Möglichkeit, sich die Ausgaben in Diagrammen anzeigen zu lassen kam gut an. Nicht zuletzt konnten alle Betatester die App nutzen, da sie für die Betriebssysteme iOS, Windows und Android erhältlich ist. Auch die Vorkehrungen zum Datenschutz sind ein Plus: Die Server stehen in Deutschland und der Hersteller verpflichtet sich, die Daten nicht weiterzugeben.

Durch detaillierte Statistiken konnten die Tester interessante Schlüsse zum eigenen Ausgabeverhalten ziehen. „Die Ausgabenbilanz führt zu Aha-Erlebnissen, man erkennt seine Konsumgewohnheiten“, resümiert einer der Teilnehmer seine Erfahrungen. Meist hat man zwar eine ungefähre Vorstellung, wo das Geld jeden Monat bleibt. Die App legt jedoch den Finger gnadenlos in die Wunde und zeigt konkret, wie viel beim täglichen Snack zwischendurch zusammenkommt.

Verbesserungspotenzial sehen die Betas unter anderem bei den angebotenen Kategorien. Wichtige Themen, wie beispielsweise „Telefon“, sind nicht vorhanden und müssen selbst angelegt werden. Zudem fehlt die Möglichkeit, ungenutzte Kategorien zu löschen oder umzubenennen. Es gibt zwar zahlreiche Icons, um die Buchungskategorien mit einer Visualisierung zu versehen, doch viele erscheinen nicht sehr sinnvoll. Zu welcher Einnahme oder Ausgabe würde eine Mondsichel oder ein Schmetterling passen?

Um die Handhabung zu erleichtern, beispielsweise beim Einkaufen, wäre eine Spracheingabe praktisch. Das würde auch die Mühe beim Eintragen der Fixbuchungen verringern. Dies ist zu Beginn der Nutzung notwendig, wurde jedoch als recht mühsam beurteilt. Dadurch, dass man nicht wie im Online-Banking mit seinen Konten verbunden ist, müssen die Nutzer regelmäßige Einnahmen und Ausgaben händisch eintragen. Zudem sind die fixen Buchungen in der kostenlosen Version auf drei beschränkt, was einen sinnvollen Test sehr erschwert. Die meisten Betas behalfen sich damit, einige ihrer wiederkehrenden Ausgaben für jeden Monat einzeln einzutragen. Dies führte dann jedoch zu weiteren Problemen bei der Nutzung: Denn nach 20 Buchungen pro Monat ist in der Testversion Schluss.

Dass in der Budgetübersicht die einfachen Ausgaben fehlen, sahen viele Tester kritisch. Denn gerade die Ausgaben im Alltag führen häufig dazu, dass zu viel Geld für Unnötiges ausgegeben wird. Dass die App nur eine Anzeige im Hochformat erlaubt, fiel ebenfalls negativ auf. Vielleicht könnten die Entwickler darüber nachdenken, auch das Drehen ins Querformat zu ermöglichen.

Fazit der Betatester

Statt einer Einschränkung auf 20 Buchungen je Monat schlagen die Tester vor, eine Testversion für 60 Tage Laufzeit anzubieten, die alle Funktionalitäten anbietet. Nur so kann man wirklich entscheiden, ob das Tool für einen hilfreich ist oder nicht. Die Grenze der 20 Buchungen hatten unsere Tester meist schon nach wenigen Tagen erreicht. Um sich jedoch einen Überblick über das eigene Finanzverhalten zu verschaffen, ist es sinnvoll jede einzelne Ausgabe einzutragen. Aus Sicht eines Testers würde das den Kaufanreiz für die App deutlich steigern.

Gibt ein Nutzer, um Buchungspositionen zu sparen, beispielsweise jeden Cappuccino zwischendurch nur einmal monatlich gesammelt bei den Lebensmittelausgaben an, ist etwaiges Sparpotenzial nur schwer zu entdecken. Ein Extra-Cappuccino in jeder Mittagspause läppert sich beispielsweise schnell auf 60 Euro im Monat. Das sollte jedoch in der Kostenaufstellung erkennbar sein, um Einsparmöglichkeiten auf die Spur zu kommen.

Ohne Selbstdisziplin geht gar nichts! Um sich wirklich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen und Sparmöglichkeiten zu entdecken muss man täglich dranbleiben und seine Ausgaben eintragen. Viele Tester konnten sich nur schwer vorstellen, neben ihrem Online-Banking noch die App zu nutzen, da ihnen die Übersicht, die sie dort erhalten, genügt.

Dieser Artikel erscheint im Rahmen unserer FReD-Initiative „Finanzielle Allgemeinbildung in Social Media“. FReD ist das konzernweite CSR Programm der Crédit Agricole Gruppe. Das ganze Jahr über werden wir jeden Monat einen Beitrag in unserem Blog und/oder unseren Social Media Kanälen zum Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ veröffentlichen.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/Social Media


2 Kommentare

Hallo Stefan Dörhöfer,
vielen Dank für Ihr ausführliches und aufschlussreiches Feedback, das wir natürlich gerne veröffentlichen. Danke auch, dass Sie den Test so positiv aufnehmen.
Wir schauen gerne nochmals nach der Möglichkeit, die Kategorien zu löschen oder umzubenennen. Im Test haben wir sie, wie gesagt nicht entdeckt.
Wirklich schade, dass eine zeitlich begrenzte Version von den App Stores nicht ermöglicht wird.
Dass das Limit von 20 Buchungen pro Monat gilt, ist uns bewusst, es war halt trotzdem schnell erreicht. ;)
Nochmals dankeschön, auch Ihnen weiterhin viel Erfolg und herzliche Grüße
Sabine Birk

Hallo,

ich bin Entwickler der hier vorgestellten App MoneyControl und gerade per Zufall über euren Twitter-Link auf die Seite gestoßen. Es freut mich sehr, dass ihr für euren Test MoneyControl genutzt haben. Vielen Dank dafür!

Falls erlaubt würde ich gerne kurz auf ein paar Punkte eingehen:

1. Deutscher Datenschutz:
Das ist für uns an ganz wesentlicher Punkt. Im ersten Schritt speichert die App die Daten übrigens ausschließlich auf dem lokalen Gerät, eine Weitergabe findet also gar nicht statt. Nur wenn man zusätzlich die Synchronisation über die optionale WebApp aktiviert, werden die Daten überhaupt über unsere Server übertragen.

2. Löschen und umbenennen von Kategorien
Im Test wird bemängelt, dass die Kategorien nicht gelöscht oder umbenannt werden können. Das ist nicht richtig, denn beides ist über die Einstellungen sehr wohl möglich. Wenn die Tester die Funktion nicht gefunden haben, müssen wir an dieser Stelle aber wohl die Nutzerführung noch weiter optimieren. Hinweise an welchen Stellen man genau nicht weiter gekommen ist, wären dann für den Support sehr hilfreich.

3. Fehlendes Online-Banking
Das ist ein Punkt an dem wir arbeiten. Aber eine direkte Konto-Abfrage spart tatsächlich in der Praxis weniger Arbeit als man zunächst denken würde. Sicher, mit der Konto-Abfrage müsste man die Buchungen nicht mehr manuell eintragen, aber die Stärke der App liegt ja nicht nur in der Auflistung der Ausgaben sondern in deren sinnvollen Auswertung. Dafür muss die App nicht nur wissen das etwas ausgegeben wurde, sondern auch wofür. Nur so kann es zu dem Aha-Effekt kommen, den eure Tester so wunderbar beschrieben haben.

Auch der beste Algorithmus zur automatischen Kategorisierung kann aus den Konto-Daten aber nur ablesen wie viel Geld wo ausgegeben wurde. Wofür das Geld ausgegeben wurde ist dann reines Raten. Wurde z.B. mit der letzten Abbuchung vom Discounter der Wocheneinkauf an Lebensmitteln, neue Sportshuhe oder Handyguthaben bezahlt?

Um mit einer Bank-Anbindung die Daten sinnvoll auswerten zu können müsste man automatisch erfassten Buchungen also noch manuell prüfen und kategorisieren. Ob das wirklich Zeit gegenüber der manuellen Eingabe spart ist sehr fraglich.

MoneyControl hingegen ist darauf optimiert die Eingaben auch direkt an der Kasse noch leicht und schnell zu ermöglichen. So ist direkt alles erledigt und man schiebt keine Arbeit mehr auf. Außerdem ist man sofort auf dem aktuellen Stand und nicht erst wenn die Zahlung auch wirklich vom Konto abgebucht wurde.

4. Nur 20 Buchungen zum Testen
Klar, mit dem beschränkten Umfang von bis zu 20 Buchungen pro Monat kommt man schnell die Grenzen. Ein zeitlich begrenzter Test aller Funktionen wäre da die deutlich bessere Alternative. Leider lässt sich dies in den App Stores so nicht umsetzen: Sowohl Apple als auch Google untersagen zeitlich begrenzte Testversionen. Wir dürften die App damit also gar nicht veröffentlichen. Ein Ausnahme wäre nur möglich, wenn wir die App mit den Abo-Funktionen der Stores anbieten würden. Bislang verwendet die App aber nur Einmalkäufe. Dort ist mit den Regeln der Stores nur eine funktionale Einschränkung der Testversionen möglich.

Das Limit von 20 Buchungen (pro Monat, nicht einmalig!) ist dabei ein Kompromiss damit sich die Nutzer vor einem eventuellen Kauf ein erstes Bild der App machen können und gleichzeitig ein Anreiz zum Kauf geboten wird. Schließlich leben wir vom Verkauf der App, denn wir verkaufen Apps und keine Daten…

Abschließend noch einmal vielen Dank für den tollen Test der App! Es würde mich freuen, wenn unser Feedback dazu auch veröffentlicht würde. Ansonsten helfen wir natürlich immer gerne weiter.

Weiterhin viel Erfolg!
Stefan Dörhöfer

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