Wofür wurde unsere Spende genutzt?

CreditPlus-Azubis informieren sich über Flüchtlingsprojekt der eva

CreditPlus-Azubis besuchen die eva

08. September 2016

Den Erlös der Tombola unserer letzten Weihnachtsfeier spendete die CreditPlus Bank an ein Projekt der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva). Der Vorstand hatte den Betrag verzehnfacht und so kamen 10.000 Euro zusammen. Mit diesem Geld unterstützen wir den Einsatz eines Übersetzers und Begleiters für junge Flüchtlinge.

Schon bei der Scheckübergabe im Januar hatten wir vereinbart, dass wir nach ein paar Monaten nochmals vorbeischauen möchten, um den Übersetzer kennenzulernen und zu erfahren, wie konkret mit der Spende geholfen wurde. Steffi und Sina, die die Spendensammlung bei der CreditPlus-Weihnachtsfeier organisierten, und ich durften deshalb bei der eva vorbeischauen. Als wir dort ankamen, winkte uns ein Mann gleich freundlich zu und fragte, ob wir der Besuch von der CreditPlus Bank seien. Es stellte sich heraus, dass es der Übersetzer Ahmad Ali Alawieh war, der uns zusammen mit Stephan Bartz von der Zentralen Beratungsstelle für junge Erwachsene der eva herzlich begrüßte. Außerdem war auch noch ein junger Flüchtling da, Jamel aus Syrien, der uns im Laufe des Treffens von seiner persönlichen Geschichte erzählte.

Ahmad Ali Alawieh begleitet die Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu Ämtern und bei Arztbesuchen und hilft dabei, die Sprachbarriere zu überwinden. Außerdem berät er seine Schützlinge auch zu den Umgangsformen hier in Deutschland. Uns fiel sehr schnell auf, wie sehr sein Herz für die Unterstützung der Flüchtlinge schlägt. Er selbst, erzählte er, hat auch einen Migrationshintergrund und hätte sich damals jemanden gewünscht, der ihm hilft, sich in der neuen Umgebung zu integrieren und einzuleben. Deshalb kann er sich sehr gut in die jungen Leute hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen, wenn sie ihre Familien daheim vermissen. Es beeindruckte uns sehr, mit wieviel Herz er diese Arbeit macht und dass seine Klienten ihn nicht nur als Begleiter, sondern als Freund erleben.

Besonders berührt hat uns die Geschichte von dem 21-jährigen Jamel. Er war ein ganzes Jahr unterwegs, bis er in Deutschland angekommen ist. Er ist aus Syrien geflohen, weil er nicht zum Militär eingezogen werden wollte. Denn dies bedeutet für viele junge Männer den sicheren Tod. Auch die Hoffnung, ihre Ausbildung im Ausland fortsetzen zu können, treibt die jungen Leute an. Denn zu Hause sind viele Bildungseinrichtungen, wie Universitäten, im Krieg zerstört worden. Da die Meisten nach ihrer geglückten Flucht erstmal vor dem Nichts stehen, hoffen sie darauf, sich hier ein Leben aufzubauen.

Jamel zum Beispiel möchte eine Ausbildung machen, er lernt fleißig Deutsch und kann auch schon einige Sätze sprechen. Nach nur drei Monaten erledigt er Arztbesuche und Behördengänge bereits selbstständig. Entsprechend stolz ist der Übersetzer auf ihn. Auch wir sind positiv überrascht, wie schnell er die deutsche Sprache lernt. Denn er muss ja nicht nur die Sprache büffeln, auch unser Alphabet ist völlig neu für ihn.

Es war ein besonderes Erlebnis, die persönliche Geschichte eines Flüchtlings zu hören. Auch mit wieviel Herzblut der Übersetzer sich engagiert, um den jungen Flüchtlingen bei der Integration zu helfen, hat mich sehr beeindruckt. Es hat meinen Horizont erweitert und mich zum Nachdenken gebracht: Das Flüchtlingsthema nicht nur als Ganzes zu betrachten, sondern das Individuum und die persönliche Geschichte dahinter zu sehen. Was diese Menschen alles erlebt haben, monatelang nichts Richtiges zu Essen, in einem fremden Land anzukommen, sich nicht ausweisen zu können und von anderen komisch angeschaut zu werden, das stelle ich mir sehr schwer vor.

Die CreditPlus-Azubis Sina, Steffi und Joelle (von links nach rechts) sprechen über ihren Besuch bei der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva).

Die CreditPlus-Azubis Sina, Steffi und Joelle (von links nach rechts) sprechen über ihren Besuch bei der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva).

Hinterher habe ich mich mit meinen beiden Azubi-Kolleginnen darüber ausgetauscht und Steffi meint: „Ich fand es klasse, die Möglichkeit bekommen zu haben, einen Flüchtling persönlich kennenzulernen. Zu sehen, welche Fortschritte er durch den Deutschunterricht macht und die Hintergründe, sozusagen seine Lebensgeschichte zu erfahren. Außerdem fand ich den Übersetzer Herrn Alawieh total klasse. Ein richtig herzensguter Mensch, der seinen Job mit Leib und Seele macht. Es ist natürlich auch toll gewesen, ein bisschen über ihn zu erfahren, dass er selber mal in Deutschland eingewandert ist und seine Lebensgeschichte. Ein wirklich sinnvolles Projekt, finde ich.“ Und Sina fügt hinzu: „Der Betreuer ist mit voller Begeisterung dabei. Man spürte wie er seinen Job liebt und das war ansteckend. Dass ein Flüchtling dabei war und uns ein bisschen was erzählt hat, hat alles “realer” gemacht. Ich fand es ganz super und spannend.“

Joelle

JOELLE

Azubi bei CreditPlus


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