Creditplus Ausbildung und Corona – Teil 2

Ausbildungsberuf ist nicht gleich Ausbildungsberuf. Eine Ausbildung in Zeiten der aktuellen Pandemie ist eine spannende Sache, besonders in Hinblick auf die Frage: „Was hat sich verändert?“ Dem geht heute ein neuer Artikel der Creditplus eigenen Artikelreihe „Ausbildung in der Coronazeit“ auf den Grund. Ein Blick hinter die Kulissen des Ausbildungsberufs Kauffrau/ Kaufmann für Büromanagement bietet viele Perspektiven. Dabei geht es aber auch darum, was denn (selbst ohne Corona) zur Ausbildung gehört, wie diese abläuft und daraufhin, was jetzt anders ist.

René Schneider, einer der Auszubildenden dieses Berufs im 2. Ausbildungsjahr bei Creditplus, fasst es vorab so zusammen: „Die aktuelle Situation ist für alle nicht einfach, die Ausbildung bleibt davon leider nicht unberührt. In dieser schwierigen Zeit gab und gibt es schwerwiegende Herausforderungen, privat sowie beruflich, die wir zusammen bewältigen werden.

Stellhebel der Ausbildung

Eine gute Ausbildung ist bei der Creditplus Bank vorrangig dadurch geprägt, Selbstverantwortung für seine Ausbildung zu übernehmen. „Selbständigkeit ist das Schlüsselwort“, sagt der Ausbilder Christof Korr. „Gefolgt von Eigenverantwortung.“ „Was ist wirklich wichtig und dringend, was nicht?“, stellt Ausbilderin Iris Molini dazu die Leitfrage. „Wie mache ich meinen Kunden glücklich und trage dazu bei, die Creditplus Bank stark zu machen?“, stellt sie weiter als Gedankenanstoß in den Raum. Um das daraufhin definierte Ziel zu erreichen, gehören für sie dazu, Entscheidungsfreude und lösungsorientiertes Arbeiten an den Tag zu legen, ebenso wie strukturiertes Arbeiten im Teamgefüge und die oben angesprochene eigene Priorisierung der Aufgaben.

Welche drei Hauptkompetenzen bei einer Ausbildung zur Kauffrau/ Kaufmann für Büromanagement die Ausbilder speziell und generell bei Creditplus für wichtig erachten, zeigt die folgende Auflistung:

  • Selbst- und Sozialkompetenz: Selbständiges Arbeiten, selbstständig und eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, Zuverlässigkeit zu gewährleisten, ein Pflichtbewusstsein mitzubringen und weiter zu entwickeln sowie dies alles in kommunikativen Fähigkeiten umzusetzen sind elementare Bestandteile der Ausbildung, die aktuell auf die Probe gestellt werden.
  • Lernkompetenz: Durch die heutige Schnelllebigkeit und ständige Veränderungen, ist diese Allgemeinkompetenz in allen Bereichen wichtig. Immer wieder gilt es schnell neue Prozesse, Abläufe und Technologien erlernen zu können.
  • Prozessorientierung: Als praxisnahes Beispiel aus dem Bankenumfeld ist dies z.B. besonders in der Auszahlung relevant, da hier schnelle und schlanke Prozesse für den Kunden im Fokus stehen.

„Man lernt quasi ein Leben lang“, schmunzelt Ausbilder Dennis Winkler. Iris Molini bietet dazu einen emanzipierten Ansatz, bei dem die Kundenorientierung, das Empowerment sowie die Feedbackkultur in den Vordergrund rücken und sich gegenseitig stützen.

Kommunikation

In der Praxis bei Creditplus findet die Kommunikation inzwischen über Skypenachrichten, E-Mail oder Anrufe statt. Verschoben hat sich die vor der Pandemie zu 90% eher persönliche Kommunikation von face-to-face zu digital.

„Es ist wichtig, dass man sich nun wirklich genügend Zeit für die Kommunikation nimmt und auch Freude dabei hat, um den Auszubildenden die Aufgaben näher zu bringen und dann gemeinsam die Erfolge zu feiern bzw. auch genügend (digitale) Unterstützung zu bieten“, so Christof Korr.

„Zu Beginn der Pandemie waren wir alle etwas verunsichert, wie es weitergeht. Ich war zu der Zeit in der gütlichen Mahnbearbeitung und ging mit Freude zur Arbeit. Gerade der Kontakt mit den Kollegen hat mir danach etwas gefehlt. Durch Skype hatte man aber zum Glück die Möglichkeit jederzeit mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben“, gesteht Jana Schröder, Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr.

„Homeoffice ist natürlich eine große Umstellung zu dem normalen Büroalltag für mich, da direkte Ansprechpartner fehlen und der Austausch unter uns Auszubildenden in den Pausen ausfällt. Dennoch bin ich dankbar, dass die Creditplus Bank dies, zum Schutz aller, möglich macht. Das Vertrauen, das den Auszubildenden der Creditplus Bank entgegengebracht wird, sehe ich nicht als selbstverständlich an. Ich empfinde es als sehr positiv“, meint Sophia Rapp, Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr.

Doch nicht alles was im Ausbildungsrahmenplan steht und den Auszubildenden vermittelt werden muss, kann digital ablaufen, deshalb ist Anwesenheit im Büro noch immer sinnvoll, teils sogar unablässig und Homeoffice eher seltener der Fall. Beispielsweise die (Brief-)Post, die Ablage oder wichtige Unterlagen für Behörden müssen immer noch manuell bearbeitet werden.

Organisation

Schon lange ist die Organisation des Ausbildungsberufs Kauffrau/ Kaufmann für Büromanagement eine Mischung aus Papierform und Digitalem, wie etwa E-Mails. Geändert hat sich etwa: Was früher per Hauspost in Papierform verschickt wurde, wird nun oftmals gescannt und digital verschickt. Manches ist jedoch nicht so einfach zu ändern – oder ändert sich nun viel rascher, wie z.B. die Umlaufpläne der Auszubildenden, die durch Corona und den neuen Blick u.a. auf Schreibtischkapazitäten durch Abstände zwischen Arbeitsplätzen fortlaufend angepasst werden müssen. Wie gewohnt sollen die Auszubildenden alle drei Monate die Abteilung wechseln, trotz Pandemie und Homeoffice.

„Obwohl Teile der Ausbildung aufgrund der Pandemie zu Hause stattfinden, habe ich das Gefühl, dass mir die Ausbildungsinhalte trotzdem gut vermittelt werden“, berichtet Alexander Scheu, Auszubildender im 3. Lehrjahr.

Was ist also unablässig, um trotz Corona eine gute Ausbildung (bei Creditplus) zu gewährleisten, haben wir die Ausbilder gefragt. Das sind die Ergebnisse:

  • gute Betreuung: Zum Beispiel durch eine ausführliche Erklärung einzelner Arbeitsschritte bei neuen Aufgaben.
  • Vielseitigkeit: Auszubildende in möglichst vielen verschiedenen Bereichen eines Ausbildungsbetriebs mitarbeiten zu lassen ist immer von Vorteil, in der Pandemie jedoch eine Herausforderung, die nicht gescheut werden sollte.
  • gutes Betriebsklima: Besonders auch ein gutes zwischenmenschliches Klima zwischen Ausbilder und Auszubildendem, das eine Vertrauensbasis schafft.

„Aus Sicht des Ausbilders muss es das Ziel sein, dem Auszubildenden nicht nur seine aufgabenbezogenen Arbeiten in seiner Abteilung zu zeigen, sondern die Abteilung in den Gesamtkontext des Zusammenwirkens vieler Bereiche in einer Bank aufzuzeigen“, fügt Iris Molini hinzu. „Es ist wichtig dem Auszubildenden zu veranschaulichen, durch welche Tätigkeiten er welche Stellschrauben in der Bank bewegt. Was für Auswirkungen und welchen Anteil seine Aufgaben daran haben. Das schafft sehr viel Verständnis und im Idealfall führt ein frischer, ungetrübter Blick auf die Dinge auch zu Prozessoptimierungen! Dazu zählt, bei simplen Rückfragen des Auszubildenden nicht immer die kurze und schnelle Antwort zu geben, sondern ihm die Hintergründe zu erläutern. Dadurch macht die Ausbildung auf beiden Seiten gleich viel mehr Spaß!“

Die größten Auswirkungen bei der Organisation hat Corona in Bezug auf die schulische Bildung, darin sind sich alle Auszubildenden einig. Von Wechselunterricht über Onlineunterricht mit Schulaufgaben bis zum klassischen Frontalunterricht mit Maske und Lüften ist je nach Bundesland alles möglich – die Berufsschulen haben zudem in vielen Städten Mangel an Lehrkräften.

„Hinsichtlich der Schule habe ich etwas Sorge, dass der Schulstoff nicht vollumfänglich vermittelt werden kann“, gesteht Sophia Rapp und ist damit nicht die einzige.

Dokumentation

Auf dem Azubilaufwerk haben die Auszubildenden jederzeit Zugriff auf die Ausbildungsverordnung und den Ausbildungsrahmenplan. Dieser beschreibt die Kompetenzen, die innerhalb der Ausbildung erlernt werden sollten und bietet einen Überblick für die Auszubildenden über die zu vermittelnden und zu erlernenden Inhalte. Fragen dazu können generell immer gestellt werden. Auch die monatlichen Azubisitzungen bieten den Auszubildenden und der Ausbildungsleiterin eine Plattform, um über Inhalte und die Arbeit innerhalb der Abteilungen zu sprechen. Die einzelnen Abteilungen kennen den Rahmenbildungsplan und wissen, was den Auszubildenden vermittelt werden soll.

Beispielsweise hat sich seit der Pandemie die Form der Abgabe des Berichtshefts der Auszubildenenden von analog zu digital verändert. Seit es das Homeoffice gibt, gibt es auch die elektronische Unterschrift bei der Creditplus Bank, die einen volldigitalen Austausch möglich macht.

„Aus der Not heraus hat sich gezeigt, dass die Ausbildung durchaus auch „digital“ durchgeführt werden kann“, beschreibt Christof Korr. „Auch zum Beispiel durch Telefonbesprechungen, telefonische Einweisungen, eine neue Einarbeitung durch Teilen des Bildschirms – wir kennen es inzwischen alle.“

Fazit der bisherigen Ausbildungszeit während der Pandemie

Meist waren die Auszubildenden im Homeoffice.

PRO

„Pro ist definitiv die Möglichkeit die Ausbildung vollumfänglich aus dem Mobile Working heraus gestalten zu können.“

Dennis Winkler

„Creditplus ist digital bereits sehr gut aufgestellt. Der Auszubildende wird aktuell schnell in seiner Eigenständigkeit gefordert. Es ist im Prinzip Best Practice für „Empowerment“, dem Auszubildenden fällt es durch das Homeoffice deutlich einfacher seinen Handlungsspielraum zu entdecken und auch positiv auszunutzen. Durch Screensharing und die Abwendung von physischen Prozessen hin zu digitalen Lösungen, kommt zudem die Digitalisierung weiter ins Rollen.“

Iris Molini

„Aus der schwierigen Situation wird das Beste gemacht. Außerdem bin ich sehr dankbar, dass ich trotz dieser Zeit einen Übernahmevertrag unterzeichnen durfte.“

Alexander Scheu

CONTRA

„Es hat sich herausgestellt, dass in einigen Situationen der direkte Kontakt von Vorteil ist bzw. wäre, auch um Missverständnisse zu vermeiden und eventuell schneller zum gemeinsamen Ziel zu kommen.“

Christof Korr

„Man kann eben nicht mal „über den Tisch“ etwas klären. Insbesondere am Anfang, wenn die meisten Fragen der Auszubildenden aufkommen, ist das schwierig. Und ein Teamgefühl kann nur durch regelmäßige Einbindung in Teamcalls und durch telefonischen Kontakt mit möglichst vielen verschiedenen Kolleg/-innen entstehen. Da man diese teilweise nie oder nur selten visuell zu sehen bekommt, ist das aber eine Herausforderung.“

Iris Molini

„Der Austausch mit anderen Kollegen in der Abteilung, die nicht direkt mit der Betreuung des Auszubildenden beauftragt sind, findet so gut wie nicht statt. Das wirkliche Abteilungsleben, auch privater Austausch oder auch evtl. soziale Kompetenzen von Mitarbeitern der Abteilung kann man sich nicht mehr als Azubi abschauen.“

Dennis Winkler

„Der digitale Zusammenhalt ist schwächer als der persönliche. Mir fehlen u.a. die Pausen mit den Azubis.“

Jana Schröder

Was ist das Fazit für die Zukunft?

„Ich versuche seit der Pandemie öfter Dinge selbst zu lösen. Erst wenn das nicht klappt, frage ich über Skype“, verrät Jana Schröder.

„Man wird nach der Pandemie alltägliche Dinge mehr schätzen: gemeinsame Mittagessen, durch die Gänge schlendern und zufällige Gespräche führen“, wirft René Schneider ein. Und damit hat er wohl recht.

Was noch auf der Wunschliste für die Zukunft steht?

„Weiterhin die Möglichkeit, Auszubildende im Bereich zu haben. Sie sind eine Bereicherung fürs Team und auch eine gute Unterstützung.“ Christof Korr lächelt.

„Mein Wunsch ist, dass Corona bald wieder vorbei ist, halbwegs Normalität eintritt und wir dabei die guten Dinge, wie virtuelle Besprechungen, Mobile Working im großen Stil usw. beibehalten“, meint Dennis Winkler.

Die Ausbildungsleiterin der Creditplus Bank, Saskia Wickert, schließt an dieser Stelle, mit Bezug auf den ersten Artikel dieser Reihe zur (IT-)Ausbildung in Coronazeiten: „Man darf nicht vergessen, dass die Kaufleute für Büromanagement ein ganz anderes Umfeld und eine andere Art der Arbeit gewohnt sind, als etwa die Auszubildenden Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Systemintegration. Eine Videosoftware, die es ermöglicht, sich untereinander „Face-to-Face“ auszutauschen, könnte für alle einen großen Mehrwert darstellen“.

„Im Rahmen der neuen Homeofficeregelungen wäre ein Austausch mit Videochat sehr hilfreich“, schließt sich diesem Wunsch auch Iris Molini an.


Vielen Dank an alle Ausbilder:innen für Ihren Einsatz, gerade während der Corona-Zeit. Und expliziten Dank an die aktuellen Ausbilder:innen Hr. Korr, Hr. Winkler und Fr. Molini für die ausführlichen Informationen. Dank gilt ebenfalls Fr. Wickert und den Auszubildenden Hr. Schneider, Hr. Scheu sowie Fr. Rapp und Fr. Schröder für die beigesteuerten Informationen, Einblicke und Zitate!