Sharing-Economy

Carsharing & Co – Auch beim Teilen auf das Kleingedruckte achten

20. Februar 2018

Carsharing und Leihräder gehören für viele Städter längst zum Alltag, Teilen liegt im Trend. Doch wie sieht es finanziell aus, wenn etwas kaputt geht? Und wie ist es umgekehrt, wenn ich mein Auto, meine Wohnung oder andere Habseligkeiten verleihe?

Car2go, DriveNow, Airbnb – diese und viele weitere Sharing-Konzepte gewinnen weiter an Beliebtheit und werden von vielen immer selbstverständlicher genutzt. Wozu ein teures Auto kaufen, wenn in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Stuttgart Leihwagen an jeder Ecke verfügbar sind? Praktisch sind auch die zahlreichen Mietfahrräder der Bahn. Die Räder stehen rund um die Uhr an frequentierten Plätzen bereit. Touristen können das eigene Rad getrost zu Hause lassen: Fremde Städte lassen sich auch mit dem Leih-Fahrrad erkunden.

Haftung inbegriffen

Doch was passiert, wenn das Rad plötzlich einen Platten hat? Muss der aktuelle oder der letzte Nutzer für den Schaden aufkommen? Die sogenannten CallBikes der Bahn werden regelmäßig gewartet und auf Funktionstüchtigkeit überprüft. Wer vor Antritt der Fahrt einen Defekt bemerkt, meldet ihn einfach am Servicetelefon. Auch ein möglicher Unfalls ist bei solchen Angeboten rechtlich geregelt. Der Kunde ist laut den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) während der Fahrrad-Nutzung, ergänzend zu seinem gegebenenfalls bestehenden Haftpflichtversicherungsschutz, über den Anbieter haftpflichtversichert. Eine Haftung des Anbieters entfällt nur bei unbefugter und/oder unerlaubter Benutzung des Fahrrads. Eine detaillierte Beschreibung zur unerlaubten Nutzung der Fahrräder und zur Kundenhaftung stehen ebenfalls in den AGBs. Es empfiehlt sich, vor der Nutzung von Sharing-Angeboten, das Kleingedruckte sorgfältig zu lesen.

Kontrolle erforderlich

Beim Carsharing haben nach Auskunft des Deutschen in den letzten Monaten fast alle Anbieter ihre Vertragsbedingungen verschärft. DriveNow verlangt beispielsweise, das Auto vor Fahrtbeginn gründlich auf Schäden zu untersuchen. Sollte der Fahrer einen Mangel bemerken, muss er diesen unverzüglich melden. Anwälte empfehlen, bei dem Check sehr penibel zu sein, denn sonst könnte der Carsharing-Anbieter vom Nutzer im Nachhinein aufgrund eines Vorschadens Schadenersatz einfordern. Die Selbstbeteiligung liegt je nach Anbieter zwischen 350 bis 1.500 Euro.

Virtuelle Überwachung

Im Straßenverkehr gelten die üblichen Verkehrsregeln natürlich auch für Carsharing-Nutzer. Eine Missachtung des Tempolimits und Parkverbote werden geahndet. Und das kann teuer werden. Anhand der Fahrdaten kann und darf der Carsharing-Anbieter jederzeit ermitteln, wer zum Zeitpunkt des Verkehrsdeliktes am Steuer saß. Bei einem Vergehen kommt zu den üblichen Bußgeldern der Straßenverkehrsordnung dann noch eine Bearbeitungsgebühr des Carsharing-Anbieters hinzu. Diese beträgt je nach Betreiber zwischen 5 und 20 Euro. Laut den allgemeinen Geschäftsbedingungen darf der Nutzer den Leihwagen auch unter keinen Umständen an einen Bekannten übergeben. Der Mieter ist der Einzige, der am Steuer sitzen darf. Ausreden und Schuldzuweisungen sind somit sinnlos.

Mieter auf Zeit

Noch brisanter wird es bei Sharing-Konzepten, bei denen das persönliche Eigentum geteilt wird. Airbnb beispielsweise bietet weltweit die Möglichkeit, für einen befristeten Zeitraum einen Untermieter in den eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Für viele Privatleute ist Airbnb eine attraktive, zusätzliche Einkommensquelle. So mancher Interessent hat jedoch berechtigte Bedenken. Was tun, wenn geliebte Einrichtungsgegenstände durch den Zwischenmieter in Mitleidenschaft gezogen oder gar stark beschädigt werden? Um dem vorzubeugen, bietet Airbnb eine Gastgeber-Garantie in Höhe von 800.000 Euro an.

Wer Eigentum leihweise zur Verfügung stellt – ob beim professionellen Carsharing oder im privaten Bereich – muss immer mit einem gewissen Risiko umgehen. Versicherungen können helfen, Schäden finanziell zu begrenzen. Neben den rechtlichen Paragraphen sollten Respekt, Vertrauen und allgemeine Benimmregeln Basis jeder Sharing-Idee sein. Nur so können alle Seiten von solchen Konzepten profitieren.

Weiterführende Links:

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei Creditplus


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