Ali Tahtah, Filialleiter Hannover im Interview

Was bedeutet bonitätsabhängige Kreditvergabe?

Ali Tahtah, Filialleiter Hannover

02. Februar 2016

Ob und zu welchem Zinssatz die CreditPlus Bank einen Kredit anbieten kann, hängt von der Bonität des jeweiligen Kunden ab. Was das genau bedeutet, darüber habe ich mit dem Leiter der Filiale Hannover, Ali Tahtah, gesprochen.

Herr Tahtah, welche Voraussetzungen muss ein Kunde mitbringen, damit er gute Aussichten auf einen Kredit hat?

Er muss sowohl kreditfähig als auch kreditwürdig sein.

Was bedeutet das genau und worin besteht der Unterschied?

Kreditfähig ist eine volljährige Person, die voll geschäftsfähig ist und daher einen rechtsgültigen Kreditvertrag abschließen darf.

Der zweite Faktor ist die Kreditwürdigkeit, beziehungsweise die „Bonität“. Diese prüfen wir aufgrund der Angaben eines Kreditnehmers sowie der Datenbestände von Auskunfteien, etwa der SCHUFA.

Heißt das, wenn kein negativer Eintrag bei der SCHUFA vorhanden ist, besitzt man eine gute Bonität?

Kein negativer Eintrag bei der SCHUFA ist lediglich ein einzelner Gesichtspunkt der Bonitätsprüfung.

Ali Tahtah, Filialleiter Hannover

Ali Tahtah, Filialleiter Hannover

Was wird bei der Bonitätsprüfung alles abgefragt?

Wir betrachten Einkommen oder Einnahmen im Haushalt sowie welche laufenden finanziellen Verpflichtungen und monatliche Ausgaben vorhanden sind. Sprich: Wir stellen eine Haushaltsrechnung auf, um zu sehen, was unter dem Strich übrigbleibt.

Darüber hinaus schauen wir uns Zahlungserfahrungen anderer Wirtschaftsinstitute mit dem Kreditnehmer an, diese sind über die SCHUFA abrufbar. Von Bedeutung ist außerdem die Zahl der Kinder bzw. im Haushalt lebende Personen, die finanziell mitversorgt werden müssen.

Auch das Alter des Antragsstellers, die berufliche Qualifikation und der Arbeitgeber spielen eine Rolle. Genauso wie vorhandenes Vermögen und Sicherheiten.

Was bedeutet dies dann für das Kreditangebot?

Da die Bonität für jeden Kunden ganz individuell berechnet wird, erhält jeder Antragsteller ein Kreditangebot, das auf seine persönlichen Verhältnisse zugeschnitten ist.

Als Faustregel gilt: Je besser die Bonität eines Kunden ist, desto günstiger sind auch die Konditionen für ihn. Der Hintergrund ist, dass das Risiko bei einem Kunden mit schlechterer Bonität für die Bank höher ist als bei einem Kunden mit sehr guter Bonität.

Wie verfahren Sie, wenn die Bonität eines Antragstellers sehr schlecht ist?

Dann müssen wir die Kreditwünsche unter Umständen auch ablehnen. Das finden manche Kunden unfair, aber vielleicht wird es so nachvollziehbarer: Wenn Sie selbst privat jemandem Geld leihen würden, dann doch nur einer Person, bei der Sie davon überzeugt sind, dass sie das geliehene Geld auch wieder zurückbezahlen kann. Vielleicht würden Sie auch in einem Vertrag festlegen, welche Sicherheiten Sie erhalten, sollte das Geld nicht zurückgezahlt werden. Oder Sie würden andere Leute fragen, ob Sie dieser Person bedenkenlos Geld leihen können.

Ganz ähnlich gehen wir als Bank vor. Damit schützen wir nicht nur uns als Unternehmen, sondern auch den Kunden. Denn bei sehr schlechter Bonität könnte er das Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann nicht mehr zurückzahlen. Als Kundenberater der Bank sind wir dazu verpflichtet, Kredite verantwortungsbewusst zu vergeben. Das sehe ich als wichtigen Handlungsleitfaden bei meiner täglichen Arbeit.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei CreditPlus


5 Kommentare

Hallo Ferdinand,
danke für Ihre Frage. Nein mit einem negativen SCHUFA-Eintrag ist auch bei der CreditPlus Bank kein Kredit möglich. In dem Artikel soll verdeutlicht werden, dass bei der Prüfung der Bonität verschiedene Aspekte zum Tragen kommen. Ein Aspekt ist beispielsweise, dass die SCHUFA einwandfrei sein muss.
Viele Grüße
Sabine Birk

Heißt das im Umkehrschluss, man bekommt auch trotz negativem Schufa-Eintrag einen Kredit (unter Umständen), wenn das nur einer der Punkte ist? Ich dachte immer, bei herkömmlichen Banken bedeutet Schufa-Antrag gleich Ausschlusskriterium…

FERDINAND

8. Mai 2017

Ich kann mich Frau Zacheres da nur anschließen. Vielen Dank für diese Information. Man lernt nie aus!

JAKOB HARTMANN

9. Februar 2016

Hallo Melanie Zacheres,
freut mich, dass der Blogartikel nützlich für Sie ist.
Viele Grüße
Sabine Birk, CreditPlus-Social Media Team

Ach ich wusste gar nicht, dass es da zwischen kreditwürdig und kreditfähig einen Unterschied gibt! Sehr interessant, vielen Dank für die Infos!
Gruß,
Melanie

MELANIE ZACHERES

8. Februar 2016

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