Was lohnt sich langfristig?

Mit Billigprodukt sparen oder Luxus-Variante wählen und draufzahlen

Mit Billigprodukt sparen oder Luxus-Variante wählen und draufzahlen?

07. Dezember 2017

Einige träumen vom Weber-Grill, während zu Hause das wackelige Drei-Bein steht. Andere haben schon längst den Thermomix statt eines Billig-Rührgeräts. Ob Markenqualität oder preiswerte Option – das hängt auch von persönlichen Präferenzen und dem Produkt im Einzelfall ab.

Das Hauptargument der Discounter-Fraktion liegt auf der Hand: Für die Anschaffung eines oftmals um 80 Prozent günstigeren Nachahmerproduktes spricht der Preis. Doch bei manchen Artikeln wird dennoch lieber der teureren Variante der Vorzug gegeben.  Am höchsten ist die Bereitschaft, mehr Geld für das Premium-Produkt hinzulegen, im Bereich Elektronik und Computer: 37 Prozent würden sich das iPad statt das Medion-Tablets gönnen. Das ergab die Befragung von 2.000 Deutschen im Rahmen des CreditPlus Verbraucherindex im Frühjahr 2017. 27 Prozent der Bundesbürger würden mehr Geld für einen Thermomix oder eine KitchenAid bezahlen, als für eine einfache Küchenmaschine. Für Markenmode statt Billigkette stimmen 27 Prozent, beim Auto sind 24 Prozent bereit, für Luxusausstattung mehr hinzublättern. 22 Prozent wollen lieber echten Schmuck statt Modeschmuck. 17 Prozent investieren bei Möbeln in die Premium-Variante statt in Ikea und Co.

Lohnt sich die Premium-Variante langfristig?

Die Frage lautet nun: Wer fährt mit seiner Entscheidung langfristig besser? Die Preis- oder die Markenbewussten? Beispiel Elektronik: Die „Erst-Nutzungsdauer“ bei Notebooks ist laut einer Studie des Umweltbundesamtes annähernd gleich geblieben und beträgt im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre. Dann wird das Gerät durch ein neues ersetzt. In diesem Fall liegt das aber zumeist an dem Wunsch, die neuste Technik zu verwenden und nicht, weil das Billig-Gerät den Geist aufgibt. Allerdings ist dieser Trend rückläufig: 2013 hat ein Viertel der Geräte noch funktioniert, als es für ein neues eingetauscht wurde – 2004 waren es noch 70 Prozent.

Dieselbe Studie untersuchte auch weiße Ware wie Waschmaschinen und Kühlschränke – und fand heraus: Sie haben eine kürzere Lebensdauer als noch vor zehn Jahren. Bei Haushaltsgroßgeräten hat sich die durchschnittliche Nutzungsdauer innerhalb eines Jahrzehnts um ein Jahr auf 13 Jahre verkürzt. Viele Geräte halten sogar nicht mal fünf Jahre durch und müssen aufgrund eines Defekts ausgetauscht werden. In eine Folgestudie soll untersucht werden, ob Hersteller dies bewusst einkalkulieren, damit sie früher erneut Umsatz machen.

Im Langlebigkeitstest fallen Billiglösungen durch

Leichter als bei diesen Produkten kann die Entscheidung bei Küchengeräten fallen. Die 27 Prozent, die sich für den teilweise mehr als 1.000 Euro teuren Luxusmixer entscheiden, machen es vermutlich richtig. Denn die ARD testete mehrere Mixer von 30 bis 1000 Euro. Bei der Langlebigkeits-Prüfung inklusive Röntgentest kam heraus: Bis auf den Thermomix laufen alle Geräte mit einfachen Bürstenmotoren, die über Kohlen schleifen und damit eine begrenzte Lebensdauer haben. Zudem waren mehrere günstige Geräte bei hoher Belastung überfordert, teilweise überhitzten sie und qualmten sogar.

Beim Auto wird im Gegensatz zu Mixern oder Laptops oftmals das Produkt nicht nach der Erstnutzung entsorgt, sondern gebraucht verkauft. Daher interessiert im Kfz-Bereich der Wiederverkaufswert. Laut dem Marktbeobachter Schwacke ist es bei einem gebrauchten Kleinwagen eher unwichtig, ob der mit Leichtmetallrädern ausgerüstet ist. Ab der Mittelklasse dagegen wird dieses Extra von den Gebrauchtkäufern schon als Selbstverständlichkeit angesehen. Eine Klimaanlage ist jedoch in jeder Fahrzeugkategorie ein wichtiges Verkaufsargument. Das bestätigt die CreditPlus-Umfrage Autotrends 2017: Mit 48 Prozent würde fast jeder zweite Deutsche einen höheren Kredit aufnehmen, um sich eine Klimaanlage im Auto leisten zu können. Unter den Top-5 der bedeutendsten Extras: Elektronische Assistenten wie Einparkhilfe und Tempomat (40%), ein Navigationssystem (37%), die Rückfahrkamera (36%) und Sitzheizung (34%). Wer auf diese Extras setzt, hat somit oftmals alles richtig gemacht, wenn er in Premium investiert.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei CreditPlus


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