Interview mit CreditPlus-Azubi Joelle

Berufswegeplanspiel bei der mobilen Jugendarbeit Stuttgart der „eva“

Vertreter der CreditPlus Bank beim Berufswegeplanspiel: Abteilungsleiter IT-Organisation Dietmar Maurer, die Azubis Sebastian und Joelle, sowie Ausbildungsleiterin Saskia Wickert

01. August 2017

Im Rahmen der mobilen Jugendarbeit Stuttgart der evangelischen Gesellschaft eva konnten Schüler der Werkrealschule Gablenberg an einem Berufswegeplanspiel teilnehmen. Auch Firmenvertreter, wie zum Beispiel von CreditPlus, waren mit von der Partie.

Auszubildende Joelle schildert im Gespräch mit der CreditPlus-Ausbildungsleiterin Saskia Wickert ihre Eindrücke, die sie während der Veranstaltung gesammelt hat.

Sie waren heute beim Berufswegeplanspiel der eva/mobilen Jugendarbeit Stuttgart-Ost – was können wir uns darunter vorstellen?

Zwei  8. Klassen der Werkrealschule Gablenberg hatten die Möglichkeit, einen Bewerbungsprozess zu simulieren. Dabei gab es verschiedenen Stationen, zum Beispiel wurde ein Bewerbungsgespräch geführt, es gab eine Station Berufsberatung, einen Einstellungstest usw. Die Firmenvertreter waren für die Bewerbungsgespräche zuständig. Wir als Azubis hatten eine Station „Azubis erzählen…“ und haben die Fragen der Schüler beantwortet.

Wurde Ihr Angebot genutzt? Und wenn ja, welche Fragen wurden Ihnen gestellt?

Unser Angebot wurde teilweise genutzt. Es wurden Fragen zum Ablauf der Berufsausbildung gestellt. Zum Beispiel: Muss man noch in die Schule gehen? Gibt es auch Prüfungen? Wird man so bezahlt wie ein ausgelernter Mitarbeiter? Kann man auch nur von nachmittags bis abends arbeiten? Mit einigen Teilnehmern war es schwierig, ins Gespräch zu kommen, weil manche gar nicht darauf eingehen wollten.

Gab es auch Teilnehmer, die realistischere Vorstellungen vom Berufsleben hatten?

Ja, aber nur sehr wenige.

Was denken Sie, sind die größten Lernfelder der Schüler in den nächsten zwei Jahren, bis sie sich wirklich bewerben und ins Berufsleben starten?

Sie müssen Durchhaltevermögen lernen, manche Schüler geben zu schnell auf. Zum Beispiel hat eine Schülerin heute im Verlauf des Planspiels schlechte Rückmeldungen erhalten. Auf den Vorschlag hin, ein anderes Berufsbild zu wählen, hat sie sofort aufgegeben und sogar gesagt, dass sie nun gar keine Ausbildung macht und einen reichen Mann heiratet.

Ansonsten sollten die Schüler unbedingt ihre Noten verbessern und lernen, dass ein Beruf wichtig ist. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass sie gar nicht wissen, was davon abhängt.

Was sind die häufigsten Berufswünsche, denen Sie begegnet sind?

KFZ-Mechatroniker, Automobilkaufleute und Lackierer.

Gab es auch Berufswünsche, die Sie überrascht haben?

Es gab zwei Schüler, die gerne im Straßenbau, Bau oder in der Logistik eine Ausbildung machen möchten. Also in einem Bereich, in dem man körperlich hart arbeiten muss. Ihnen ist diese Arbeit lieber und sie können sich nicht vorstellen, im Büro tätig zu sein.

Ein anderer Junge sagte, er möchte zunächst Automobilkaufmann lernen, aber eigentlich die Firma seiner Eltern übernehmen. Was die Firma seiner Eltern macht, wusste er allerdings gar nicht.

Was nehmen Sie persönlich von dem heutigen Vormittag mit? Wie war es für Sie?

Es war interessant, die Schüler kennenzulernen. Man macht sich ein bisschen Sorgen um sie, weil sie das Thema nicht ernst nehmen und Angebote, wie beispielsweise mobile Jugendarbeit, Beratung durch die Arbeitsagentur und das heutige Berufswegeplanspiel nicht annehmen. Sie sind leider sehr realitätsfern. Deshalb hoffe ich, dass ich ihnen Ratschläge geben konnte, die sie sich zu Herzen nehmen. Ich wünsche ihnen, dass sie alle ihren Traumberuf finden und damit glücklich werden. Dass ich einen Ausbildungsplatz habe, dafür bin ich wirklich dankbar.

Wer war denn außer Ihnen sonst noch so da? Andere Firmenvertreter?

Es waren noch eine Frau von einem Handwerksbetrieb, eine Dame, die sich ehrenamtlich engagiert, die Jugend- und Sozialarbeiter der Schulen und von der mobilen Jugendarbeit, eine Personalerin von Aldi und die beiden Lehrer da. Außerdem ein Mitarbeiter der Stuttgarter Straßenbahnen.

Warum ist er Ihnen im Gedächtnis geblieben?

Weil er sich auf die Ebene der Jugendlichen begeben hat, auch sprachlich. Er hat am Ende des Planspiels in der Feedbackrunde angesprochen, dass die Schüler nicht weit kommen, wenn sie sich nicht zusammenreißen. Er hat sie abgeholt, indem er erzählt hat, dass er selber hier im Viertel aufgewachsen ist. Er hat ihnen deutlich gemacht, dass sie sich auch in der großen Gruppe benehmen und Respekt haben müssen. Denn das Bewerbungsverfahren beginnt nicht erst, wenn man im Zimmer sitzt, die Schüler werden auch schon im Gang und draußen beobachtet.

Wie lautet Ihr Fazit zum Berufswegeplanspiel?

Für mich war es interessant, etwas Neues kennenzulernen und Einblick in eine andere Welt zu erhalten. Ich hoffe, dass die Schüler lernen, ihren Umgang untereinander zu verbessern. Sie haben auf dem Flur überwiegend sehr umgangssprachlich und wenig wertschätzend miteinander gesprochen. Allerdings konnte man sehen, dass sie sich sehr wohl gut benehmen können, sobald sie den Veranstaltungsraum betreten haben.


Auf dem Bild oben von links nach rechts die Vertreter der CreditPlus Bank beim Berufswegeplanspiel: Abteilungsleiter IT-Organisation Dietmar Maurer, die Azubis Sebastian und Joelle, sowie Ausbildungsleiterin Saskia Wickert

Auszubildende und duale Studenten der CreditPlus Bank haben das Berufswegeplanspiel noch an zwei weiteren Terminen im Juni und Juli 2017 unterstützt.

Sabine Birk

SABINE BIRK

Unternehmenskommunikation/ Social Media bei CreditPlus


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