So lernen Jugendliche mit Geld umzugehen

Tipps gegen leere Taschen in jugendlichen Hosen

Tipps gegen leere Taschen

12. Februar 2013

„Ich hab schon wieder kein Geld mehr: Ich bekomme zu wenig Taschengeld!“ – „Du hast schon wieder kein Geld mehr: Du gibt’s zu viel unnötig aus!“ – Dieses Gespräch kennen Eltern und Jugendliche gleichermaßen. Doch wie lernen Jugendliche, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen?

Das Taschengeld zählt zu den häufigsten Streit-Themen in vielen Familien. Hier helfen Richtwerte, wie wir sie in unserem Blogbeitrag zum Taschengeld in einer Taschengeldtabelle zusammengestellt haben.

Über Geld spricht man doch!

Wichtiger als die Frage „Wie viel Taschengeld?“ ist aber, ist der Umgang damit. Aber damit es auch wirklich fair zu geht, müssen sich Eltern wie Teenager an bestimmte Regeln zum Umgang mit Taschengeld halten, damit es auch wirklich fair zugeht. Zudem ist es wichtig, dass grundsätzlich offen über das Thema Geld gesprochen wird. Zwar ahmen Teenager die Eltern nicht mehr so stark nach wie kleine Kinder, dennoch lernen auch sie aus der Erfahrung durch die Eltern – gerade wenn das Geld mal etwas knapp wird. Auch wer ganz einfach nicht mehr Taschengeld geben kann, sollte das seinem Kind ehrlich sagen.

Übrigens: Auch zu viel Taschengeld ist nicht gut. So lernen die jungen Leute nicht, mit dem Geld zu haushalten. Werden Jugendlichen dagegen Anreize geboten, gehen sie oft sorgsamer mit dem Taschengeld um. Ideal ist ein Modell, bei dem sich das Taschengeld aus festem Bestandteil und einem Teil für „Sonderleistungen“ zusammensetzt.

Geben um zu nehmen: Geld verdienen

Was diese Sonderleistungen sind, wird gemeinsam mit dem Kind besprochen und hängt stark vom Alter ab. Die ganz normale Unterstützung im Haushalt (Staubsaugen, Müll runter bringen) sollte nicht dazu gehören.

Wenn Jugendliche schon eigenständig genug sind, eine bestimmte Leistung gegen Bezahlung zu erbringen, ist der der nächste Schritt nicht mehr weit. Bei einem Ferienjob lernen sie erstmals, was es bedeutet, regelmäßig für ihr Geld zu arbeiten. Das erste sauer verdiente Geld hinterlässt meist einen bleibenden Eindruck!

Zusätzlich zum Geld gibt’s also auch noch Erfahrung – und vielleicht auch die ersten Stationen im eigenen Lebenslauf. Was dabei beachtet werden muss und welche Rahmenbedingungen gelten, haben in unserem Blogbeitrag „Ferienjobs“ zusammengestellt.

Auf eigenen Beinen stehen

Um selbstständig und von den Eltern zunehmend unabhängig zu werden, gehört für Jugendliche auch ein eigenes (Giro-)Konto dazu. Dies ist für unter 18-Jährige in der Regel kostenlos. Hier sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass es keinen Überziehungsrahmen (Dispokredit) gibt, damit das Konto nie ins Minus rutschen kann. Dabei sollten Jugendliche grundsätzlich lernen, welche Risiken es im Umgang mit „Plastik-Geld“ gibt und wie sie Schulden vermeiden.

Auch das eigene Konsumverhalten sollten verantwortungsbewusste Jugendliche kritisch hinterfragen. Übrigens: laut § 110 BGB sind Minderjährige zwar nur bedingt geschäftsfähig und können keine eigenen rechtsverbindlichen Verpflichtungen eingehen. Aber mit dem ihnen überlassenen Taschengeld dürfen sie auch Verträge abschließen. Da heißt es aufklären und informieren, damit aus den Jugendlichen von heute verantwortungsvolle Erwachsene von morgen werden – ohne Schulden.

Wie können junge Leute noch lernen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen?

Haben Sie es als Jugendlicher gelernt oder Ihren jugendlichen Kindern vermittelt?

Melanie Klagmann

MELANIE KLAGMANN


1 Kommentare

hier gibt es Geldbildung für junge Erwachsene.

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