Worauf kommt es beim Taschengeld an?

Taschengeld: (k)ein Reizthema?

Schulprojekt Friedensschule1_klein

16. Februar 2012

Wenn Kinder schon früh ihr eigenes Taschengeld bekommen, lernen sie, was es bedeutet, mit Geld sinnvoll zu haushalten. Wer sein eigenes Geld hat, gehört bei seinen Freunden dazu, kann anderen etwas schenken oder sich selbst eigene Wünsche erfüllen und so selbstständig werden.

Um Zoff mit den Kindern und Jugendlichen zu vermeiden, sollten Eltern einige Regeln im Umgang mit Taschengeld aufstellen und auch selbst einhalten.

  • Feste Zahltermine vereinbaren und einhalten. Taschengeld ist keine (positive oder negative) Erziehungsmaßnahme, sondern eine verlässliche Konstante.
  • Taschengeld soll zur freien Verfügung stehen und nicht für reguläre Ausgaben wie Fahrtgeld oder Kleider eingesetzt werden. Wenn es aber unbedingt die teure Markenjeans oder ein ganz bestimmtes Handy sein muss, dann sollten die Jugendlichen von ihrem Taschengeld etwas beisteuern. Vereinbaren Sie hier vorab klare Regeln, um Zoff beim Shopping zu vermeiden.
  • Kinder lernen schnell, dass sie auf größere Wünsche sparen müssen und ärgern sich über Fehlkäufe am allermeisten. Verzichten sie auf abwertende Kommentare („Das hättest Du Dir jetzt ja nicht gerade kaufen müssen.“).
  • Im passenden Moment Tipps geben, wie das Kind sparen kann oder den Jugendlichen einen Haushaltsplan zeigen
  • Bei kleinen Kindern: Taschengeld wöchentlich auszahlen (sie können noch keine großen Zeiträume abschätzen), später monatlich
  • Bekannte und Verwandte oder Eltern von Freunden des Kindes nach deren Taschengeld fragen
  • Bei engem eigenem Budget: Ohne zu dramatisieren dem Kind ehrlich sagen, warum es weniger Geld bekommt als seine Freunde
  • Auf Fairness bei Geschwistern achten. Früher waren manche Anschaffungen viel günstiger als heute. Die Kinder sollen sich aber gleich viel leisten können.
  • Für ältere Kinder und Jugendliche: Ein Guthabenkonto (Girokonto oder Sparbuch) einrichten, auf das z.B. größere Geldgeschenke zum Geburtstag eingezahlt werden können. So lernt das Kind auch gleich die Bedeutung von Zinsen kennen.
  • Wunschzettel nicht nur zu Weihnachten, sondern als großes Sparziel entwickeln

Eine ungefähre Richtung gibt eine Taschengeldtabelle. Davon gibt es im Internet jede Menge verschiedene Varianten. Diese unterscheiden sich zum Teil stark. Unser Vorschlag orientiert sich an der Taschengeldtabelle des Jugendamts der Stadt Nürnberg. Wichtig: Bei älteren Jugendlichen ist die individuelle Situation entscheiden: Schule, Ausbildung oder Lehre; eigenes Auto, eigene Wohnung? Ist das alles notwendig oder eher Luxus? In jedem Fall ist auch die finanzielle Situation der Eltern entscheidend.

Übrigens: laut der „Kinds Verbraucheranalyse 2012“ erhalten die Kinder von sechs bis 13 Jahren in Deutschland im Monat durchschnittlich 27,18 Euro. Das ist von 2011 zu 2012 eine Steigerung um zehn Prozent.
Alter Taschengeld pro Monat
unter 6 1 €
6 bis 7 2 €
8 bis 9 3 €
10 14 €
11 16 €
12 20 €
13 22 €
14 25 €
15 30 €
16 35 €
17 45 €
18 70 €

 

Ich selbst hatte als Kind immer das Gefühl, ein angemessenes Taschengeld zu bekommen. Aber ich habe auch mit Schülerjobs etwas dazu verdient. Wie viel Taschengeld bekommt Ihr Kind? Gibt es deswegen manchmal Zoff?  

Weiterführende Links:

www.jugendschutz.nuernberg.de

http://www.taschengeldgangster.de/

http://www.familienhandbuch.de/

http://www.faz.net

Melanie Klagmann

MELANIE KLAGMANN


2 Kommentare

Die Liste mit den Werten fürs Taschengeld in Abhängigkeit vom Alter find ich richtig gut. Man slotle allerdings beachten, dass nicht jede Familie in der Lage ist, heutzutage überhaupt noch Taschengeld zu geben.

Ein guter Beitrag zu einem wichtigen Thema! Ich finde es sehr gut, wenn Kinder frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen. Leider liest man viel zu oft von Jugendlichen, die sich bereits in jungen Jahren extrem hoch verschulden (z.B. durch Handyrechnungen, etc.). Sehr hilfreich finde ich auch die Taschengeldtabelle, an der sich Eltern orientieren können.

DANIELA TSCHERBAKOVA

21. Februar 2012

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