Interview mit Beate Riepe, Personalleiterin bei CreditPlus

Blickwechsel: Wenn CreditPlus-Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen mitwirken

Beate Riepe, Personalleiterin bei CreditPlus

11. April 2013

In unserem Projekt Blickwechsel sammeln Mitarbeiter von CreditPlus in sozialen Einrichtungen wichtige Erfahrungen – auch über sich selbst.  Beate Riepe, Personalleiterin bei CreditPlus, schildert im Interview ihre Eindrücke aus dem Projekt.

Was ist das Blickwechselprojekt und seit wann gibt es das bei CreditPlus?

Das Projekt „Blickwechsel“ steht für das „Lernen in fremden Lebenswelten“. Seit vielen Jahren arbeiten unsere Azubis – und seit 2005 auch die CreditPlus-Führungskräfte – etwa in Pflegeheimen, Einrichtungen für alte, kranke oder in einer anderen Weise hilfsbedürftige Menschen mit. Denn indem sich die Teilnehmer auf unbekannte Situationen einlassen, lernen sie eigene Stärken und Grenzen besser kennen. Das trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

Des Weiteren fördert das Projekt soziale und kommunikative Kompetenzen, indem die Teilnehmer ihre Wahrnehmungsfähigkeit stärken und das eigene Verhaltensrepertoire erweitern können. Wer beim „Blickwechsel“ den Alltag hilfsbedürftiger Menschen kennenlernt, kann zudem anschließend die eigene Berufs- und Lebenssituation mit etwas mehr Distanz betrachten und etwas gelassener und zufriedener damit umgehen.

In welcher Einrichtung waren Sie und was haben Sie dort gemacht?

Beate Riepe, Personalleiterin bei CreditPlus

Beate Riepe, Personalleiterin bei CreditPlus

Ich war in einer Einrichtung der Jugendhilfe Sindelfingen. Dort werden Kinder zwischen sechs und etwa 13 Jahren betreut, die meist aus einem schwierigen sozialen Umfeld kommen und Hilfe bei imAlltag benötigen.

So gehen die Kinder nach der Schule direkt in die Einrichtung oder werden abgeholt, sie bekommen Mittagessen, die Betreuer machen Hausaufgaben mit Ihnen und gestalten den Nachmittag bis zum Abend mit unterschiedlichsten Aktivitäten, wie Basteln, Spielen, Abenteuer in der Natur oder zum Schwimmen gehen. Ziel ist es, den Kindern durch einen festen, geregelten Tagesablauf Halt zu geben sowie ihr Sozialverhalten zu entwickeln und zu stärken.

Welche Eindrücke haben Sie gesammelt, was „nehmen Sie aus dieser Erfahrung mit“?

 Ich habe nachhaltig erlebt, dass Ungeduld in diesem Umfeld völlig fehl am Platz ist. Was im Büro zum Alltag gehört – Probleme schnell zu lösen – funktioniert dort nicht. Es geht auch nicht darum, einen Plan oder Zielsetzungen für den Tag zu machen, sondern vielmehr um die Schärfung der Aufmerksamkeit für die vielen kleinen Erfolge. Dazu zählen zum Beispiel das Lächeln der Kinder, wenn sie sich über etwas freuen oder dass sie ein paar Minuten spielen ohne zu streiten.

Schön ist auch, wenn man erkennt, dass die Kinder sich ehrlich bemühen, die aufgestellten Regeln einzuhalten. Für mich nehme ich den Ansatz, „manchmal ist weniger mehr“ mit und dass es Dinge gibt, die ich nicht pushen kann, denen ich Raum geben muss, damit sie sich entwickeln können – also ganz allgemein: das Thema Geduld.

 

Melanie Klagmann

MELANIE KLAGMANN


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